Schlaflos in Cottbus

Veröffentlicht: 19. Februar 2008 von juetty in Profis

Als sich am Freitag Nachmittag so langsam leichte Vorfreude auf das Spiel einstellte war ich doch etwas beruhigt. Bis dahin hatte ich überhaupt keine Lust auf Cottbus und das verlorene Derby drückte auch noch auf`s Gemüt.

Naja, Freitag stieg die Stimmung endlich wieder. Abends noch schnell 1-2 Bierchen beim Kollegen getrunken und dann zu Katrin gefahren um noch ne Mütze Schlaf zu tanken. Freitagabend 23Uhr im Bett. Vorbildlich! Jedoch hatte der Wecker sich auf 2:45h gestellt, womit nicht viel Schlaf drin war. Nachdem ich dann 2 Stunden im Bett rotierte und mich daraufhin noch eine Stunde durch TV-Programm zappte entschoss ich mich aber um 2 Uhr das mit dem Schlafen zu knicken und stattdessen schonmal nebenan bei MCs zu frühstücken. Schlafen wird eh überbewertet.

Kurz darauf sammelte ich dann Pudding ein und es ging nach Dortmund. Hier wurde sich schnell umgezogen und Punky das letzte Bier weg getrunken, ehe es um halb 5 zum Bahnhof ging. Nach der obligatorischen Warterei auf die Langschläfer setzte sich unsere Buskaravane gegen halb 6 endlich in Bewegung.

Im Bus holte mich dann wieder mein Schlafproblem ein. Entweder sollte ich Bier trinken oder mein gefühlter 0,25cm² Bereich wurde so durchgeschüttelt, dass ich keine gescheite Schlafposition fand. Naja, so konnte ich mich dann ausgiebig diversen Fußballmagazinen und Lern-(!*g*) büchern widmen, bevor wir um 14:30 an Stadion ankamen.

Hier konnte man, nachdem man es ins Stadion geschaft hatte(Ganz sorgfältige Ordner…), die neue Eiger… äh Cottbuser Nordwand bestaunen. Seit unserm letzten Besuch haben sie eine Hintertortribüne errichtet, welche ansich auch ganz nett aussieht. Die Stimmung verbessert hat es zu meiner Verwunderung übrigens nicht. Man sah zwar ab und an Bewegung, gehört habe ich die Nordwand allerdings nur einmal. Und das bei einem Anti-BVB Gesang. Da hatte ich mir eigentlich mehr erwartet… Vorm Spiel bekam man hingegen einiges zu hören. Ununterbrochenes Gedudel aus den Stadionboxen. Und so bei Cottbus niemand namens „Rotes Pferd“ spielt, hatte es auch alles keinen Fußballbezug. Gut, dass wir nur 1 Stunde vor Anpfiff vor Ort waren.

Bei uns im Block blieb alles unverändert blöd. Genau wie letzte Saison stand ich wieder mal so ungünstig, dass der dicke, rote Stachelbalken auf dem Zaun vorm Gästeblock wieder voll in meinem Blickfeld lag. Somit war das Spiel wieder ein auf und ab für mich. Je nachdem wo der Ball gerade war musste entweder auf Zehenspitzen, oder leicht gebückt gestanden werden. Fußballgenuss vom feinsten!

Das 1:0 lief da sehr Beispielhaft ab: Auf Zehenspitzen stehend sehe ich, dass der Ball nach rechts gepasst wird, der Ball verschwindet hinter dem roten Balken, taucht in einem Zaunloch unter dem Balken wieder auf, springt einmal auf und Petric schießt ihn wieder in den nicht sichtbaren Bereich hinter dem Balken… als ich den Ball wieder sehe, schlägt er auch schon oben im Tor ein. Herrlich!

Im weiteren Verlauf plätscherte das Spiel so dahin, wir konnten 2:0 gewinnen, 3 wichtige Punkte mitnehmen und die Stimmung war für Cottbus eigentlich ganz ok, auch wenn sich ca nur die Hälfe der 2500 Borussen daran beteiligte…

Wirklich großen Spaß macht es dort aber nicht. Auch wenn Kanzlerin Merkel vorm Spiel nochmal darauf hinwies, wie wichtig die Erstklassigkeit für Cottbus und den ganzen Osten ist, dürfen die wegen mir gerne absteigen. Zudem muss natürlich die Frage erlaubt sein, wieso nur knapp 15.000 Cottbusfans ins Stadion finden, wenn ihnen der Verein doch so wichtig ist.

Naja, nach dem Spiel ging es schnell wieder in die Busse und flott nach Hause. Wäre da nicht noch ein doller MCs Aufenthalt gewesen, wäre es eine recht ruhige Rückfahrt geworden… Als wir beim ersten Stopp auf der Rückfahrt beim MCs gehalten haben und ca. 200 Mann was essen wollten, wurd es recht chaotisch. Etwas Gedrängel vor der Theke, großer Andrang an der frei zugänglichen Getränke-Zapfanlage und einige Personen versuchten am MC Drive als Auto durch zu gehen… Alles in allem etwas zuviel für den Betreiber des Restaurants, der dann trotz das Mörderumsatzes mal provisorisch die Polizei rief(Konnte ich sogar irgendwie verstehen…). Pünktlich zur angedachten Abfahrtszeit trafen diese auch ein und kontrollierten kurz unsere Busfahrer.

Als wir uns kurz darauf wieder auf der Bahn befanden, staunten wir nicht schlecht als wir sahen, dass wir nun mit Polizeibegleitung fuhren. Vor und hinter unserer Kollonne erstrahlten jeweils die blauen Lichter eines Polizeiwagens. Dass diese nun stundenlang mit uns fuhren verwunderte mich schon ein wenig. Noch mehr wunderte ich mich am nächsten Rastplatz, als ich sah, dass es nicht nur die beiden blau leuchtenden Wagen waren, sondern noch ca 13 weitere… Nur gut, dass man beim Bund aktuell mit Mehreinnahmen aus nachzuzahlenden Steuern rechnen kann. Ansonsten hätte der ca 6. stündige Einsatz von dutzenden Beamten sicher irgendwo Löcher in die Kasse gerissen… Naja, soll nicht meine Sorge sein.

Jütty

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