Bayern-BVB (Pokalfinaledition)

Veröffentlicht: 22. April 2008 von juetty in Profis

Eigentlich kann man diesen Bericht inhaltlich schon 1 1/2 Monate vor dem Spielbeginn starten lassen. Kurz vor dem Halbfinalspiel gegen Jena began die wohl übelste Rumplanerei die ich je für ein BVB Spiel mitmachen durfte. Es wurden Betten in der Hauptstadt gebucht, Bullipreise eingeholt, festgestellt, dass wir zu wenig Karten bekommen, Urlaube mit der Freundin (dann Ex-Freundin) fürs fragliche Wochenende abgesagt, doch noch ein paar mehr Karten bekommen, mit Mietpreisen für Autos rumhantiert, der Freundin(dann immernoch Freundin. Danke Katrin;) ) beigebracht, dass man nicht auf ihrer Geburtstagparty sein wird, Autos gedanklich besetzt, reservierte Schlafplätze storniert, Abfahrtzeiten verändert, Autobesatzungen verändert, Freitags vorm Finale die Abfahrtzeit nochmal um 12h vorverlegt und doch wieder Schlafplätze angemietet… Totaler Terror, der nachher aber dann doch irgendwie passte.

Für die Zone09 Vorhut ging es also am Freitag gegen 18 Uhr los in Richtung Berlin. An Bord des von Meinert gesteuerten Vehikels waren neben Pudding, Achim und mir noch eine Notfallration in Form von 2,5 Kisten Bier und nem Eimer Schnitzel. Somit konnten wir ohne großartig anhalten zu müssen durch den Wochenend- Feierabend- und Pokalfinalverkehr die A2 entlang düsen. Dieser eigentlich wahnsinnig gute Plan brachte uns aber leider eine Beinahekatastrophe. Puddings Nierensteine dürften zeitweilig auf seinem Urin, in Höhe seines Gaumens, getrieben haben. Nachdem Pudding uns sein Bedürfnis mitteilte, folgten nämlich so coole Sachen wie gesperrte Parkplätze, laaaange Baustellen und volle Nothaltebuchten, die man dann besonders gerne sieht. Aber ging ja zum Glück nochmal gut;-)

Ansonsten verflief die Fahrt aber recht entspannd ab, kurz vor 24Uhr konnte man im Hostel einchecken und danach gings ratzfatz zum Ku´damm, wo man zu weiteren schwarzgelbe stoßen wollte. Nachdem es einige Unklarheiten darüber gab wo man nun hingehen sollte, mir eine Schnapperkarte für ganz billig Geld durch die Hände ging, da ich nur noch Cents in der Tasche hatte, gings erst in einen Laden „auf sonner Ecke“ um schnell den Alkoholhaushalt wieder in annehmbare Bahnen zu lenken und dann ab ins Q-Dorf.

Hier wirds dann in meinem Gedächtnis etwas löchrig. Ne Menge anderer Borussen begrüßt, mich einer Ultraflaschentruppe namens „DES 5,9% vol.“ angeschlossen, gequatscht, gesungen, gefeiert etc. War aber wohl ganz gut. Wir müssten gegen 5-6 Uhr wieder im Hostel gewesen sein. Dort war der Alkoholpegel nicht unbedingt von Nachteil. Das leicht dreckige Bett, ohne Bettbezüge („Hallo?Die kosten 3€…Brauch kein Mensch!“) ehrschien mir morgens bei aufwachen doch nicht mehr so einladend. Naja, man kann nicht alles haben. Nachdem die Putzen dann schon stressten und alle geduscht waren ging es dann ab zur nächsten Unterkunft. Durch die hin und her Planerei hatten wir 2 verschiedene Hostels. Und da zwischen dem spätesten Auscheckzeitpunkt(11Uhr) beim ersten Hostel und dem frühesten Eincheckzeitpunkt beim andern Hostel satte 90Minuten lagen, reichte die Zeit noch für ein ausgedehntes Frühstück, welches sich aus Kaffee, Pommes, Dönnerteller, Schnitzel, Bier und Burger zusammensetzte. Top Sache dat!

Kurz nachdem wir dann einchecken konnten, gings los zur Gedächtniskirche. Hier komplettierte sich auch bald unser Zone09 Haufen durch die Leute die mit dem Sonderzug kamen. Und so wie manch einer von ihnen fröhlich grinste, war ihnen die Fahrt im Zug wohl ganz gut bekommen.;-)

So langsam ging es dann los mit der Fußballstimmung. Von unserem Platz hatten wir einen netten Überblick auf das schwarzgelb gefärbte Gebiet rund um die Gedächtniskirche. Man merkte, dass eine gute Stimmung in der Luft lag, die so schnell auch nicht verschwinden sollte. Auch Achim durfte sich dieser gegen 16 Uhr endgültig hingeben, da er als letzter von uns auch noch eine Karte auftreiben konnte. Somit hatten wir am Olypiastadion dann noch alle Zeit für 1-2 gemütliche Bierchen, ehe es ins Stadion ging.

Hier steppte auch schon gut der Bär. 3 Stunden vor Spielbeginn, als man die Bayernfans noch an ein paar Händen abzählen konnte, hallten beim Finale der Frauen schon laute BVB-Gesänge durchs Stadion. Und dies sollte sich für die kommenden 5-6 Stunden auch kaum verändern.

Immer mehr Borussen fanden den Weg ins Stadion und die Vermutung, dass es ingesamt wesentlich mehr als Bayern sein würden, bewahrheitete sich doch recht schnell.

Die Zeit bis zum Anpfiff verging dann aber angenehm flott. Es gab noch 1-2 Bier, man quatschte n bißchen, sang sich war, staunte über motorisierte Transens, die übers Spielfeld fuhren und irgendwann ging der Bums dann auch endlich los. Schnell stand es 1:0 für die Bayern und ich dürfte nicht der einzige gewesen sein, der ans 5:0 vom letzten Spiel dachte. Aber diesmal berappelten wir uns und fingen nach ca. 30 Minuten mit den Versuchen an das Spiel zu drehen.

Die Stimmung auf unsere Seite war diesmal genial. Hätte kaum besser laufen können. Zwar konnte man nicht mit gewohnten Reichtum an Liedern protzen, da diese nicht alle, von den bestimmt 20.000 singfreudigen Borussen, so schnell hätten aufgenommen werden können, aber die paar Lieder, die in dieses Szenario passten wurden laut und lange gesungen. Irgendwie erinnerte die Stimmung an wichtige Länderspiele, wo es ja ähnlich zugeht, nur mit dem Unterschied, dass Samstag wesentlich mehr Liebe und Inbrunst mit rüberkam. In der Süddeutschen Zeitung stand ein recht treffender Kommentar:
Die BVB-Fans im Stadion, die sich schnell die Hoheitsrechte in der Olympia-Schüssel erkämpft hatten, waren zu alter Form aufgelaufen – zu einer Form, die vor vielen Jahren den Mythos und den Fan-Kult von Dortmund begründet hatte und die nicht nur in der laufenden Saison auf viele überharte Proben gestellt wurde.

An diesem kalten Abend aber gelang es den vielleicht 40 000 Dortmund-Anhängern, die sonst oft so unkonzentrierten BVB-Spieler mit einer geballten Ladung Adrenalin so hochzuziehen, dass selbst die übermächtigen Bayern wankten. Auch sonst hatte sich Dortmund mit Emotionen nur so aufgepumpt, um den Klassenunterschied zu überbrücken, der vor sechs Tagen zum furchtbaren 0:5 im Bundesligaspiel in München geführt hatte. Und in den Minuten nach Tonis frühem Führungstor sang Dortmunds Anhang vom Marathontor her die scheinbar erneut verzagende Elf in einen Groove hinein, der dem Spiel zwar einiges von seiner fußballerischen Klasse zu nehmen schien – aber den BVB von Minute zu Minute mehr in einen Kampfgeist hineinpushte der den Ruhm des Ruhrgebiets-Klubs schon immer mehr begründete als die filigrane Kunst.

In die Pause ging es dann mit dem 1:0 Rückstand. Wirklich unzufrieden war man aber nicht. Wir wussten nun, dass wir nicht auseinander genommen werden und dass sich irgendwann die Chance für uns geben wird. Suddi und ich beschlossen in der Pause, dass es gut wäre, wenn wir nach 85 Minuten mit nur einem Tor hinten lägen… Und so kam es dann auch. Wir spielten eine bessere 2. Hälfte, konnten gut mit den Bayern mithalten und hatten auch die ein oder andere Chance.

Als dann in der Nachspielzeit noch das 1:1 für uns fiel, explodierte die schwarzgelbe Kurve förmlich. Oh mann, was ein Jubel. Wenn meine kleine hauseigene Statistik von besuchten BVB Spielen keine Fehler hat, so war dies das 300. Pflichtspieltor der Borussia das ich gesehen habe und von diesen 300 kommen jubeltechnisch maximal 2-3 an das 1:1 vom Samstag dran. Einfach wahnsinn. Gut, dass das Spiel danach kurz unterbrochen wurde, denn ich war total platt vom Jubeln;-)

In der Verländerung spielten wir dann weiterhin gut mit, hätten durch Kringe fastdas 2:1 gemacht, doch am Ende reichte es trotz aller Bemühungen nicht ganz. Bayern siegte 2:1, aber in unsern Reihen brauchen sich weder Spieler noch Fans was vorwerfen. Warum nicht immer so???

Nach dem Spiel saß unser Zone09 Haufen noch lange, größtenteils schweigend im Block. Zu ärgerlich war es und zu ausgepowered war jeder. Somit ging am Samstagabend auch nur noch ganz wenig. Schnell was gegessen und dann ab in den Sonderzug oder ins Hostel um ne Mütze Schlaf zu bekommen. Das wars dann mit dem Pokalfinale… Aber jetzt dürften alle wohl sehr heiß drauf sein das Ding auch mal zu gewinnen. Wir kommen wieder!

Jütty

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