Derby

Veröffentlicht: 16. September 2008 von juetty in Profis

Als ich um kurz vor drei Uhr aufwachte, musste ich feststellen, dass ich keine Ahnung hatte wo ich mich gerade befand. Also ratterte ich gedanklich mal eben die vorherigen Stunden ab, um dadurch eventuell Rückschlüsse auf meinen aktuellen Standort ziehen zu können.

Zu früher Stunde ging es für Achim, Horti und mich los in den Derbytag. Während der Rest der Zone09 noch verhindert war, machten wir 3 uns auf nach DO um hier in der „Sonne“ noch ein paar Bierchen zu trinken, ehe wir uns gemeinsam mit 400-500 Mann auf zu Stadion machten.

Spätestens am Westfalenstadion stellte sich bei mir auch endlich das Derbyfieber ein. War ich vorher mit dem Kopf noch nicht so recht beim Derby, sondern eher schon 5 Schritte weiter beim Spiel in Udine, so reichten doch ein paar blaue Gestallten um mich wieder zu besinnen.  Da das Stadion zum Zeitpunkt unserer Ankunft noch geschlossen war, vertrieben wir uns die Zeit mit ein bißchen Flüssignahrung und den üblichen Gesprächen, ehe der Rest der Zone eintraf und wir die heiligen Gemäuer betraten.

Auf der Tribüne angekommen, warfen sich Gelb und Blau einander wieder die bekannten  Liebeslieder zu, wodruch sich die Stimmung angenehm aufheizte und auch die Zeit zügig verging. Als um 15:28 dann auch die letzte verspätete Sonderzugladung der Blauen ankam, konnte der Spaß beginnen.

Wie es sich für ein Derby gehört, erblicke zum Einlaufen der Spieler eine Choreographie das licht der Welt. Da Choreos im Derby aber seit geraumer Zeit nicht mehr von Fans  gemacht werden dürfen, weil die Choreos dann ja nachher noch beleidigend werden könnten, nahm es der BVB diesmal selber in die Hand. Und was soll man sagen? Hut ab! Die kreativabteilung des BVBs hatte sich was ganz Besonderes überlegt. Für jeden gelben Sitz auf der Westtribüne eine gelbe Pappe vorgesehen und für jeden schwarzen Sitz eine schwarze Pappe. Sah dann auch dem entsprechend atemberaubend aus…

Naja, wie ihr merkt zöger ich das Thema Spielgeschehen etwas raus.  Großatig gefallen hat mir das was ich auf der Tribüne sah auch nicht wirklich. Frei nach dem sprechendem Brot vom Kinderkanal, war alles wie immer…. nur schlimmer.

Vor diesem Derby sah meine persönliche Derbybilanz so aus: 1 Sieg 8 Unentschieden 8 Niederlagen. Und nun lagen wir zur Halbzeit schon wieder mit 2:0 hinten. Einfach zum Kotzen.  Als dann nach der Pause das 3:0 fiel, wars auch komplett aus mit der Derbylust. Lethargisch stand man auf der nun stummen Südtribüne, während es auf dem Platz auch nicht besser wurde und einem die Blauen auf der gegenüberliegenden Seite ihre Lieder um die Ohren knallten. Nachdem Kuranyi dann auch noch das 0:4 hätte machen müssen, war es genug für mich. Zum ersten mal in meiner Stadionzeit war ich so angepisst, dass ich nicht mehr auf der Tribüne stehen wollte.  So ging es für mich also raus zum nächsten Bierstand und dann zum nächsten Fernseher. Während ich auf dem Weg zum Ferseher war,kam dann der 4. Jubel des Tages auf, wobei ich nicht wirklich erkennnen konnte, ob da nun die 10000 Blauen ausgelassen jubelten oder ob es die restlichen 70000 Borussen mit einem verhaltenen Jubel waren.  Erst als unser Torhymne gespielt wurde, wusste ich, dass es 1:3 steht,wobei mir das zu dem Zeitpunkt herzlich egal war. Als ich dann endlich die Verteileretage der Süd erreichte, sah ich dass ich nicht der einzig „Flüchtling“ war. Es standen doch etliche Borussen vor den Fernsehern rum.

Da Kollege Frei auch kurz darauf wunderschön zum 2:3 einnetzte, hellte sich die Stimmung aber wieder auf. Die Süd über unsern Kopfen rockte anscheinend wieder ganz gut. Sollte da doch noch was gehen? Die beiden berechtigten Platzverweise für Funky Pee und  den Wichser Ernst, vom eigentlich ganz schlechten Schriri Wagner, trugen noch etwas mehr Zuversicht in unsere gelb-schwarzen Herzen. Von nun an, wanderte mein Blick quasi im Sekundentakt zwischen meiner Uhr und dem Fernseher hin und her. Bis Wagner uns noch einen Elfer schenkte. Abermals netzte unser Schweizer sicher ein und wir drehten vorm Fernseher jetzt vollig frei. Sehr, sehr nette Torpogo… Nachdem Wagner dann leider n paar Minuten zufrüh abpfiff, hatten wir tatsächlich noch einen Punkt geholt. Ich sollte die Derbys eventuell öfter unter der süd verbringen… 😉 Die Stimmung war daraufhin entsprechend ausgelassen.  Schnell wurde noch ein Bier gestürzt und dann gings mit einem Teil der Zone noch in die Bierkutsche zum gemütlichen Schocken. Hier hätte ich gut und gerne komplett versacken können, aber leider hatten die andern noch was vor, weswegen gegen 20 Uhr erstmal Spielstopp war. So ging es für Sie wieder nach Hause und ich flankte mich mit ein paar Fläschchen Bier vor den Fernseher, wo ich dann längere Zeit überlegte, ob ich nochmal los gehen sollte. Das hatte sich jedoch irgendwann erledigt, da ich eingepennt war. An und für sich wars dann aber doch noch ein ganz netter Tag. Wobei wir das nächste Derby ruhig mal wieder gewinnen dürften!

So, zurück zum ursprünglichen Problem. Ich lag ja immernoch irgendwo rum und wusste nicht wo ich war. Eingeschlafen bin ich in meinem Bett, aufgewacht irgendwo anders. An und für sich ne interessante Sache! Also ertastete ich mir in der Dunkelheit mal meine Umbebung um mich herum. Der erste Griff war dann einer ins Klo… Nach ein paar weiteren Griffen stellte ich fest, dass ich, fein zugedeckt mit einem Handtuch, in meinem Badezimmer auf der Fußmatte vor Klo lag. Da hatte mein alter Bekannter, der Kollege Suffschlafwandel wohl mal wieder zugeschlagen. Naja, zumindest hatte ich es nicht mehr weit bis in mein richtiges Bett. Hätte ja auch schlimmer kommen können;-)

Jütty

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