TSG Hoffenheim – BVB

Veröffentlicht: 22. September 2008 von juetty in Profis

So, dann mach ich mich mal an den Spielbericht, der diesmal durchaus etwas länger ausfallen könnte. Eigentlich gab es um das Spiel herum vieles worüber man Schreiben könnte…

Zu unserer Fahrt und dem Spiel ansich, sollten allerdings ein paar knappe Worte genügen. Wir waren mit 5 Mann unterwegs, Meinert kutschierte uns gekonnt zwischen der Heimat und Mannheim hin und her, als Beifahrer des Tages wurde abermals Pudding gewählt, das Spiel unserer Borussia war wirklich schlecht, weswegen wir verdientemaßen 4:1 auf den Sack bekamen und im Mannheimer Stadion gibt es wirklich ein „Bier“, das schlechter schmeckt als das Bochumer Fiege-Pils. Hut ab!

Kommen wir zum Drumherum des Spiels. Im ausverkauften Carl-Benz-Stadion, welches mit ein paar mehr Stehplätzen ein richtig geiles Teil sein könnte, fanden sich gestern Abend ca. 5-6 Tausend BVB-Fans und weitere 20000 Zuschauer ein. Von unserer Seite gab es ein paar Hundert T-Shirts und Schwenkfahnen mit der Aufschrift „Tradition schlägt jeden Trend“ zu sehen, welche vom Anhang der Hoffenheimer mit „Wir sind kein Trend! Wir sind die Zukunft!“ beantwortet wurden. Es bleibt nur zu hoffen, dass die Zukunft doch noch irgendwie anders aussehen möge. Tollen Fußball können die sicherlich spielen, aber der Rest ist ungefähr so spannend wie die Sendung im ARD-Nachtprogramm „Die schönsten Bahnstrecken Deutschlands“. Dagegen ist das Wolfsburger Stadion schon ein wahrer Hexenkessel…

Ich behaupte mal mindestens 90% der heimischen Zuschauer wäre gestern auch da gewesen, wenn anstatt Hoffenheim irgendein anderes Kuhkaff da Bundesligafußball gespielt hätte. Wirklich mit Herzblut an Hoffenheim hängen wohl die aller wenigsten. Aber wo sollen so Leute auch herkommen? In dem Tempo, mit dem Mäzen Dietmar Hopp seinen Verein von ganz unten nach ganz oben trieb, kann sich auch keine wirkliche Fanszene, die über den üblichen Fanclub der Dorfjugend hinausgeht, bilden. Sowas braucht in der Regel doch 1-2 Generationen ehe eine vernünftige Fanszene heranwächst.

Dass dieser Verein also zum einen schweinelangweilig ist und zum andern mit der Kohle von Hopp nach oben gepushed wird, und somit weit interessanteren Vereinen den Bundesligaplatz weg nimmt, stößt bei vielen Fans anderes Klubs auf teilweise harten Widerstand. Schon in der vergangen Zweitligasaison begleitete Hopp seinen Verein teilweise nicht mehr zu Auswärtsspielen, da er sich dort nicht mehr wohl fühlte. Wenn er das konsequent fortsetzt, kann er zukünftig die Spiele komplett vorm TV gucken, da ich davon ausgehe, dass er noch so einiges zu hören bekommen wird. So wie gestern auch von vielen BVB-Fans.

Dietmar Hopp ist wahrscheinlich ein netter alter Herr, der einiges in seinem Leben erreicht hat und sich sozial vorbildlich engagiert. Dafür verdient er einiges an Respekt, aber in die Bundesliga gehört der Mann definitiv nicht. Hier läuft es doch etwas unsachlicher ab als in der Wirtschaft und wenn den Fans eine Person nicht passt wird dies nicht am Konferenztisch geklärt, sondern es gibt direkt verbal auf die Fresse. Und das kann Herr Hopp anscheinend nicht allzu gut ab. Schon als die Gladbacher ihn bei Hoffenheim ersten Heimspiels u.a. als Hurensohn beschimpften, ließ er den Gladbachern für die Beleidigung mit Stadionverbot drohen. Und nun möchte er anscheinend einen BVB-Fan anzeigen, der Hopps Konterfei in einem Fadenkreuz präsentierte. Sollte es soweit kommen, rudert sich Hopp da langsam aber sicher in gefährlichere Strömungen. Zwar begründet er seine Anzeige mit den Worten „So kann es nicht weitergehen, sonst nimmt das noch überhand.“, aber jeder der ein bißchen Ahnung von den Fanszenen hat weiß, dass er damit eher das Gegenteil bewirkt. Leiser werden die Beleidigungen gegen ihn sicherlich nicht und da als nächstes die Eintracht mit ihrer großen und starken Fanszene nach Hoffenheim bzw. Mannheim kommt, wird es da vermutlich wieder ordentlich Beleidigungen hageln.

Die ca. 1000 Hoffenheimer Sängerknaben standen Hopp in Sachen Peinlichkeit übrigens sehr nah. Zwei mal versuchten sie ihren Schöpfer für die gemeinen Beleidigungen zu rächen. Einmal mit „Scheiß Verlierer *klatsch* *klatsch* — *klatsch* *klatsch* *klatsch* *klatsch*“ und einmal mit „Schaaalke“ Rufen. Das hätte die Regenbogengruppe des örtlichen Kindergartens auch hinbekommen. Ansonsten ließen sie sich ohne Gegenwehr als „Huren der Liga“ und sich und ihren Gott als Hurensohn beschimpfen. Naja…

Peinlich wurd es allerdings heute auch beim BVB. So sahen sich heute Präsident Rauball, der viel für den BVB getan hat, aber wegen mir lieber heute als morgen abgewählt werden dürfte, Watzke und Klopp dazu angehalten sich bei Hopp zu entschuldigen und zu verkünden, dass möglicherweise wegen den Beleidigungen Stadionverbote verhängt werden könnten. Jedem, der nicht so nah am Fußball dran ist, sei verkündet, dass Beleidigungen an der Tagesordnung sind. Ist zwar nicht allzu niveauvoll, aber eine Möglichkeit jemanden schnell zu zeigen, dass er nicht allzu beliebt ist. Christian Wück wurde z.B. bis zu seinem Karriereende mit „Wück, du Sau!“ Rufen von den Dortmundern empfangen, da er uns mit einer Schwalbe die Meisterschaft 1992 versaute. Uli Hoeneß musste schon so manches mal einstecken und wurde als er Daum Kokaineinnahme unterstellte sogar in allen Stadien Deutschlands gleichzeitig Beleidigt. Olli Kahn wurde in jedem 2. Spiel als Affe tituliert. Quasi jeder Schiedsrichter wird in jedem Spiel von einer der beiden Fangruppen beschimpft. Wir BVB-Fans bekommen auch in jedem Spiel BVB-Hurensöhne zu hören. In besonderen Hassspielen wird dem Gegner nicht selten auch Tod und Hass gewünscht und es gibt sogar Lieder über die Ausrottung ganzer Fans von gewissen Vereinen. Entschuldigt oder gar Beschwert hat sich darüber niemand. Warum auch? Das gehört auch ein stückweit zum Fußball und das weiß auch jeder der im Profifußball zutun hat. Nur Hopp kommt da halt aus einer ganz anderen Welt und meint sich über die bösen Fans bei DFB & DFL Funktionären ausheulen zu müssen. Dass sich die Obersten vom BVB allerdings unnötig auf die Seite von Hopp schlagen und sich entschuldigen, anstatt zu schweigen oder die BVB-Fans irgendwie ein wenig zu verteidigen ist schon leicht peinlich.

Naja, auf alle Fälle hat man mit den Entschuldigungen ein Stück weit selber dafür gesorgt, dass jetzt ein relativ großer Medienrummel herscht. Und dieser ist eventuell auch gar nicht soo schlecht. Da ich befürchte, dass es in Deutschland noch ein paar sehr reiche Leute geben wird, die es sich auch leisten könnten ihren Dorfverein in die Bundesliga zu bringen, bekommen die jetzt eventuell mit, dass es nicht nur supi doll viel Spaß machen würde. Mehr Vereine von der Sorte Hoffenheim brauch ich auf alle Fälle nicht.

So, ich denke das gröbste hab ich mir von der Seele geschrieben. Sorry, dass es etwas länger wurde. Zum Abschluss möchte ich noch kurz ein Lied zitieren, welches gestern im sehr nervigen Vorprogramm im Stadion lief und auch zeigt, wie wenig Ahnung selbst der Verantwortliche Musikmensch von Hoffenheim hat. Ein Lied, quasi gemacht für den gestrigen Abend im Gästeblock. Auswärtsspiel von den Hosen:

Es ist egal, ob wir das Spiel verlieren,
denn darauf kommt es nicht an.
Und ob das irgend jemand hier sonst kapiert,
ist für uns nicht interessant.
Ihr könnt uns schlagen so oft und so hoch wie ihr wollt,
es wird trotzdem nie passieren,
dass auch nur einer von uns mit euch tauschen will,
denn ihr seid nicht wie wir.

Ole ole ole ola – uns ist egal, wer heute siegt!
Ole ole ole ola – weil es um was anderes geht!

Irgendwann kommt für jeden mal der Tag,
an dem man sich entscheiden muss,
auf welcher Seite man im Leben ist,
auch wenn es noch sehr weh tut.
Und wenn ihr lesen könnt, dann seht euch an,
was auf unseren Fahnen steht:
„Bis zum bitteren Ende“
wollen wir den Weg mitgehen.

Ole ole ole ola – egal, wer heute siegt!
Ole ole ole ola – es geht um mehr als nur ein Spiel!

Selbst wenn wir letzter sind und dauern verlieren,
es wird trotzdem nie geschehen,
dass auch nur einer von
uns mit euch tauschen will.

Jütty

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Kommentare
  1. Marc sagt:

    Dietmar Hopp du Sohn einer Hure!

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