Udinese Calcio-BVB

Veröffentlicht: 21. Oktober 2008 von juetty in Profis

Entgegen aller guten Vorsätze, bin ich nun doch wieder plötzlich und unerwartet in eine Art vorgezogenen Winterschlaf gefallen, was mein Vorhaben mal eben schnell alle noch ausstehenden Berichte fertig zu schreiben, etwas aus dem Gleichgewicht brachte. Das mit dem Schreiben hier, wird bei den ganzen Wettbewerben in denen Borussia mitspielt(e) bald schon zu echten Arbeit… Aber nun gut, sobald ihr meine einleitenden Worte lest, hab ich zumindest schonmal das Spiel in Udine abgearbeitet. Es geht Aufwärts!

Die Planungen für dieses Spiel fingen ansich schon nach dem letztjährigen Halbfinale im DFB-Pokal an. Dort stand fest, dass der BVB wieder auf der europäischen Bühne auftreten wird und somit konnte man zumindest schonmal anfangen ein bißchen zu sparen. Schon damals merkte man wie fickrig die ganze Dortmunder Fanszene auf europäische Spiele war. Zugelost wurd uns dann irgendwann Udinese Calcio und es konnten die konkreten Planungen beginnen.  Leider rückten die Italiener aber nur soviel an Karten raus, wozu sie nach UEFA Regeln verpflichtet sind. Somit blieben viele Reisewillige auf der Strecke. Es gab nur 1700 Karten für uns, der BVB vermeldete, dass er 5 mal so viele Karten hätte verkaufen können und besonders bitter für die Zone09 war, dass 2 weitere reiselustige Mitglieder keine Möglichkeit hatten an Karten zu kommen.

So ging es für mich ohne weitere Zone09-Begleitung auf die Europapokalreise. Heiß war ich auf die Tour trotzdem ohne Ende. Zwar hatten wir das Hinspiel schon quasi Hoffnungslos vergeigt, aber ich freute mich auf die Tour ansich. Am Tag vor der Abreise bastelte ich mir in Form von 2 Paletten Bier und 10 Schitzelbrötchen erstmal ein schönes Proviantkörbchen zusammen und nachdem ich die Fracht am Mittwoch Nachmittag zum Hauptbahnhof geschleppt hatte, begann der angenehme Teil. Hier traf ich mich mit Matze, Metzger und Co um noch für einige Stunden die kleine, feine Szenekneipe aufzusuchen,wo dann ein paar Würfelbecher kreisen gelassen wurden. Somit konnten wir um 21Uhr auch schon angenehm pegelig den Sonderzug besteigen, der rund 900 Borussen nach Udine transportieren sollte. Schlappe 16 Stunden brauchte der Zug für eine Fahrt, weswegen man sich erstmal schön häuslich in der „Wohnung“ mit der Hausnumer 112 einrichten konnte. Die folgenden Stunden verbrachte man mit dem üblichen Gelaber, einigen Bieren und dem ein oder anderen geschwungenem Tanzbein im Sambaabteil.

Vom Sambaabteil kann ich diesmal auch (fast) nur Gutes berichten. Hatte ich auf den letzten Sonderzugfahrten das Gefühl, dass die Musikauswahl nur aus 2 CDs bestand, so konnte auf dieser Tour musikalisch wieder groß aufgetrumpft werden. Nur dass der DJ versuchte Godfather Heino durch die Flippers zu ersetzen war grenzwertig. Ansonsten aber alles Top und die größten Hits der Fahrt dürften Wonderfull Days und das Lied für unsere mitreisenden Cowboys gewesen sein.

Nachdem ich dann irgendwann doch leicht angesäuselt war, flankte ich mich dann auch mal für 3 Stündchen auf die Pritsche, ehe mich eine Ultra-Wonderfull-Days-Polonaise gegen 6 Uhr wieder aus dem Schlaf riss. Das war dann auch der Moment, an dem ich merkte, dass ich doch mit ziemlich viel Flüssigkeit im Magen eingepennt war, diese die 3 Stündchen Schlaf gut durchgeschüttelt wurde und mir leicht mulmig war… So dauerte es auch nicht lange, bis ich mich von der Flüssigkeit verabschiedete und meinen Körper wieder neu hochfuhr.  Geht doch nichts über einen ordentlichen Start in den Tag;-)

Was für mich der Start sein sollte, war für wen anders wohl schon das Ende. So muss es wohl eine alkoholische Ausfallerscheinung von jemanden gegeben haben, der das Spiel lieber in einem Bayrischen Krankenhaus gucken wollte. Dumm gelaufen… Ansonsten verlief die weitere Fahrt recht entspannt. Langsam erwachten die meisten Leute wieder  und das Spiel begann von vorne. Bier trinken, dumm labern usw., bis wir irgendwann endlich Udine erreichten.

Hier war es aber alles ziemlich planlos. Zum einen gab es in Udine ein komplettes Alkoholverbot am Spieltag, zum andern wusste wohl niemand so recht wo wir nun hin wollten. Es sollte zwar ein Fanfest stattfinden, aber das fiel dann wohl doch spontan aus. So bewegte sich der Mob, bestehend aus knapp Tausend Borussen, zuerst laut singend und hoch motiviert durch die Gassen von Udine, ehe wir dann feststellten, dass wir eigentlich keinen wirklichen Anlaufpunkt hatten. Das Ganze hatte etwas von einer mega geilen Party auf die man sich so freut, dass man schon um 20Uhr dort aufschlägt, um dann feststellen zu müssen, dass sonst noch niemand da ist.

Naja, aber so bekamen wir die erste Stunde schonmal mit doof rumlaufen rum, einige Leute bekamen doch noch Bier, da der örtliche Spar-Markt gerade seine Warenlieferung (Inklu Bier) vor der Tür stehen hatte und wir sahen etwas von der Stadt. Dann versprengte sich der Mob aber und jeder vertrieb sich die Zeit auf seine Art und Weise. Manch einer suchte den Bierschwarzmarkt auf, andere beliessen es bei Eis und Kaffee und wieder andere gammelten nur so rum. Langweilig wars auf alle Fälle!

Nunja, irgendwann um kurz vor 6 setzte sich die Meute dann in Bewegung um zum Stadion zu kommen. Leider waren viele wohl laufmotiviert und wollten nichts von den Shuttel-Bussen wissen, sondern lieber laufen. Die Polizisten, die mittlerweile zu uns gestoßen waren, waren von der Idee ähnlich angetan wie ich, beugten sich aber irgendwann der Meute und liefen wie ich auch unmotiviert nochmal ne Stunde zum Stadion. Warum muss man eigentlich immer laufen, wenn es doch Busse gibt???

Am Stadion angekommen, ging es noch durch die merkwürdige Eingangskontrolle, wo manch einer per Metalldetektor durchsucht wurde, andere nur nach dem Besitz eines Verbotenen Gegenstands gefragt wurden. Da ich wohl nicht metalltragend aussah und dem Odner glaubhaftversichern konnte, dass ich kein Feuerzeug hätte, konnte ich recht stressfrei ins Stadion. Hier war der Gästeblock zwar schon bald proppevoll, aber im restlichen Stadion war noch nichts los.  Und nachdem man die ersten Lieder durchs weite und leere Rund schmetterte kehrte wieder ein wenig Ruhe in die in die müden Leiber ein. Die folgenden 2 Stunden passierte wieder quasi nichts, ehe sich die ca. 8000 intalienischen Fans und die Mannschaften im Stadion einfanden. Die Udineser, Udiner, Fans von Udinese oder wie auch immer, zeigten vor Spielbeginn eine 10-Minütige Fanhenschwenkerei, mit sildernen und weiß-schwarzen Fähnchen, welche auch ganz nett aussah und dann konnte der Spaß auch schon beginnen.

Das Spiel hat wohl eh jeder gesehen, weswegen ich mich da kurz halte: 45.min 0:1, 90.min 0:2. „Hurra, wir sind wieder wer!“ und schon explodierte der Gästeblock. Die Stimmung war in den ersten 90 Minuten echt fein. Fast jeder zog so gut er konnte mit und die Italiener werden uns sicherlich öfter gehört haben, als wir sie. Von denen hörte man nur ein paar mal ihren „Udine!“-Ruf. Diesen dann aber angesichts von nur 8000 Kehlen sehr laut.

Dann folgenten noch zittrige 30 Minuten in denen keine Tore mehr fielen, ehe es ans Elfmeterschießen geht. Ich hatte aber schon ein schlechtes Gefühl, als die Italiener die Wahl des Tores gewonnen hatte. Es wurde vor deren Kurve geschossen, was ich im Elfmeterschießen schon als kleinen Vorteil sehe. Leider versagten dann auch 2 Borussen die Nerve, wodurch wir trotz einem Wahnsinnspiel noch ausschieden. Somit hatten zwar Spieler und Fans eine sehr ordentliche Visitenkarte hinterlassen, aber vorerst ist wieder Schluß mit Europapokal. Ich bin jedoch frohen Mutes, dass die nächsten internationalen Spiele nicht wieder 5 Jahre auf sich warten lassen.

Als wir nach dem Spiel unsere Blocksperre dann abgesessen hatten, ging es zurück in den Zug. Hier hätte eigentlich aufgeräumt sein sollen, aber es sah quasi aus wie vorher und man hatte beim laufen auf dem klebrigen Boden immernoch das Gefühl Klettverschluss unter den Schuhsohlen zu haben. Naja, war mir auch relativ Bums, ich war recht platt und wollte mal ne Mütze Schlaf nehmen.  Leider war ich aber nicht so Erfolgreich wie Metzger, der gefühlte 2 Minuten nach Betreten des Zugs schon am Pennen war, bei mir dauerte das ganze noch ein paar Stunden, bis die Jungs unter mir ihr Saufgelage beendeten. Für ein paar Stündchen Schlaf hat es aber doch noch gereicht, ehe es ins Sambaabteil zum Frühstück mit Kaffee und frischen Brötchen(!) ging. Top organisierte Sache!Die letzten 8 Stunden Fahrt, verbachte ich dann größtenteils damit, mit Paule meine Bierreservenzu plätten.  Was uns auch gut gelang…

Als wir dann irgendwann ausserhalb des Zuges ein lautes Klirren und Schäppern vernahmen, waren wir auch schon wieder im Ruhrgebiet, genauer gesagt fuhren wir gerade durch den HBF von GE und es dauerte nicht mehr lange bis wir in der Bierhauptstadt waren.

Fazit: Waren sehr angenehme 48 Stunden und wenns geht, bitte nächstes Jahr wieder Uefa-Cup, dann aber mit einem leichteren Gegner.

Jütty

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