Mehr als nur Suppe

Veröffentlicht: 19. November 2008 von juetty in Sonstiges gefährliches Gedankengut

Die letzten Jahre war das spannendste auf der alljährlichen Jahreshauptversammlung unseres Ballspielvereins wohl die Erpsensuppe, aber dieses Jahr scheint es etwas anders auszusehen. Die 50+1 Regel steht im Fokus. Nachdem die Vertreter der Profivereine sich eigentlich darauf geeinigt hatten die Regelung, welche besagt, dass die Vereine nicht mehrheitlich an Firmen/Privatpersonen verkauft werden dürfen, beizubehalten, kündigte Hannovers Präsident an notfalls vor Gericht zu ziehen um diese Regel zu kippen. Da diese Klage durchaus Erfolgschancen haben dürfte, steht der Deutsche Fußball womöglich vor einer gravierenden Änderung. Dann wäre es z.B. möglich, dass hier bald auch ein deutscher Verein gelistet wird. Keine sonderlich rosigen Aussichten…

Um dem entgegen zu wirken, liegen nun 2 Anträge auf Satzungsänderung vor, die solche Szenarien beim BVB verhindern sollen. Zumindest könnte man auf den ersten Blick davon ausgehen. Auf den zweiten Blick stellt man jedoch fest, dass einer der Anträge eher ein faules Ei ist.

Laut Antrag des Vorstandes, müssten die Mitglieder einer generellen Veräusserung der Anteile mit mindestens 75% zustimmen. Klingt erstmal ganz gut, bringt aber nicht viel Sicherheit. So könnte sich auf der JHV im nächsten Jahr -welche am besten auch noch parallel zu einem Auswärtsspiel stattfindet-  Aki Watzke ans Mikro stellen und anfangen zu erzählen: „Nur das beste für Borussia…blabla…wir möchten wieder vor den Blauen stehen..blabla…wollen deshalb 5% der Anteile verkaufen…blabla…viel Geld“ Wer Watzkes Redetalent und das mitunter sehr unbedachte Abstimmungsverhalten der Mitglieder kennt, kann sich ausmalen, dass die nötigen 75% der Stimmen durchaus möglich wären. Und schon Tags drauf düften 0,0001-100% der Anteile von Borussia verkauft werden. (So denn die Klage von Kind bis dahin Erfolg hatte)

Im Grunde genommen wird durch diesen Antrag also keine Sichherheit gewährt, sondern eher der Weg für einen relativ unbürokratischen Verkauf geebnet.

Anders sieht es da mit dem 2. Antrag von Mitglied Markus Bliemetsrieder aus. Dieser möchte in der Satzung verankern, dass der BVB, durch Zustimmung von 3/4 der Mitglieder maximal 49,9% seiner Anteile verkaufen dürfte. So wäre es trotz blindem Abstimmungsverhalten und großer Redekünste erstmal nicht möglich die Mehrheit vom BVB zu verkaufen. Um die Mehrheit zu verkaufen müsste zuerst die Satzung abermals geändert werden und dies dürfte schwierig werden, da Satzungsänderungen einige Wochen vor JHV angekündigt werden müssen und somit genug Zeit bestünde um ausreichend Stimmen für den Erhalt der Satzung zu mobilisieren.

Wer also einen möglichen Verkauf vom BVB verhindern möchte, muss für den Antrag von Markus stimmen. Interessant hierbei ist, dass unser Vorstand in Interviews sagt, dass er angeblich auch den Verkauf des BVBs verhindern möchte. Wieso man bislang trotzdem noch an dem unsicheren Antrag festhält erschließt sich mir nicht. Zieht der Vorstand seinen Antrag nicht noch bis Sonntag zurück und stellt man sich nicht hinter den sichereren Antrag von Markus, sollte der gemeine BVB-Fan seine Alarmglöckchen zumindest mal in Bereitschaft setzten und genauestens beobachten warum der Vorstand lieber eine lockerere Regelung zu dem Thema finden möchte…

Wer also Mitglied beim BVB ist und einen Kalender besitzt, markiert sich bitte den 23.11. und erscheint um 11 Uhr an der Westfalenhalle. Die JHV könnte recht wichtig werden.

Jütty

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Kommentare
  1. Horti sagt:

    Wobei die Erbsensuppe trotzdem nicht zu verachten ist!!

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