Mit einem Taxi nach…Paris St. Germain –FC Sochaux

Veröffentlicht: 22. Januar 2009 von horti in Fußball mit ohne BVB
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Da sich der Besuch einer guten Freundin in Paris „zufällig“ mit dem Spiel im Parc de Princes überschnitt, nutzte meine Wenigkeit diese wunderbare Gelegenheit um statt den sinnlosen Spassturnieren und Freundschaftsspielen der geliebten Schwatz-gelben endlich mal wieder echtes Stadiongefühl einzuatmen. Schon verrückt wie lange einem die Winterpause vorkommt wenn der Ball gerade mal 2-3 Wochen nicht rollt, echt ätzend!

Schade natürlich, dass mit dem FC Sochaux ein eher unspektakulärer Gegner den Weg nach Paris antrat, ganze 4 Busse schafften die lange Anreise von ca. 500KM pro Weg.

Diese wurden direkt vors Stadion zum Eingang des Gästeblockes gebracht. Ziemlich komisch auch, dass selbst vom Pariser Ultrahaufen keinerlei Provokationen ausgingen als die Busse direkt vor dem Cop d‘Auteuil vorbeifuhren. Das sollte bei Spielen gegen Bordeaux und Marseille auch eher anders ablaufen.

Karten für den Spass besorgten wir uns bereits im Vorfeld auf der Champs de Elysee und die waren mit 30 Euro auch geradezu richtige Schnapper.

Am Spieltag konnten wir gemütlich mit der Metro zum Stadion tischen, keine vollen Bahnen und auch sehr wenig Polizeiaufgebot rund um die Spielstätte.

Das Stadion liegt etwas außerhalb südwestlich vom Triumphbogen und ist von außen eher ein charmeloser Betonbausatz, nichts sehenswertes eigentlich. Nachdem wir auf der Suche nach unserem Block noch einmal die Schüssel umkreisten konnten wir, nach für deutsche Verhältnisse eher sehr laschen Einlasskontrollen, das Stadion entern. Ich gönnte mir in meiner jugendlichen Unvernunft frech wie ich bin und trotz vorheriger Warnung von jedem Frankreicherfahrenem doch tatsächlich ein Fangetränk und ich muss sagen es kamen mir Tränen des Mitleids für jeden Franzosen. Leck Arsch, man ist ja aus Bochum und Stuttgart wirklich große Geschmacksscheiße gewohnt aber von dem 0,3 Pils kann man wirklich aus dem Stehgreif reihern.

Naja, wie auch immer von innen ist der Princenpark ein wirklich sehr feines Ding, lediglich der Gästeblock fiel durch ein ringsum gespanntes Netzgeflecht und einem extra Dach über dem unteren Bereich negativ auf. Da haben wir in Deutschland trotz der Käfighaltung wie bspw. beim blauen Pack eher noch feine Gästeblöcke.

Da ich die Pariser Szene selber auch nur aus diversen Berichten kenne werde ich auf diese nur kurz eingehen. Die aktiven Fanblöcke sind in Paris genau gegenüberliegend. Auf der einen Seite der Cop d‘Auteuil auf dem die 4 größeren Ultragruppen der Supras Auteuil, Lutece Falco, Authentiks (im Oberrang) und ein weiterer Ultrahaufen dessen Name ich nicht erkennen konnte  aktiv sind.Auf der anderen Seite der Cop du Bolougne wo sich hinter dem großen COP OF BOULOGNE -Banner ein großer Ultrahaufen postierte,welcher wohl größtenteils aus Mitgliedern der verbotenen Boulogne Boys 85 zusammensetzt. Neben dieser konnte man dort noch 2 kleinere Gruppen, die Titifosi und die Brigade Paris, ausmachen. Die Bolougne Boys hatten vor dem Stadion ne kleine Garage klargemacht in denen sie frei für jeden Cop du Bolougne Fanzeugs vertickten, nette Sachen waren dabei.

Während man auf der Cop d‘Auteuil auf ne dicke Soundanlage setzte, versuchte man auf der Cop du Bolougne um die Bolougne Boys mit ner großimg_0495-kopieen Flüstertüte die Leute anzuheizen.

Dies gelang auf beiden Seiten zum Einlauf der Mannschaften geradezu erschreckend gut.

Brachial in der Lautstärke wurde die Mannschaft begrüßt, jede Ultragruppe schmückte ihren Tribünenteil mit satt Doppelhaltern und Schwenkern und es wurde fantastisch viel gezündelt.10-15 Bengalos konnte man auf beiden Tribünen da sicherlich begaffen.

Gänsehaut hoch 10 muss ich sagen, wie geil wär das wenn man so was auch mal wieder in Deutschland sehen würde. Auch in Sachen Lautstärke kann man sich da sicherlich zeitweise 10-20 Scheiben abschneiden wenn man sieht, wie geschlossen und mit welcher Eskalation da teilweise mitgesungen wird, sicherlich mit einigen Hochs und Tiefs aber durchgehend richtig ordentlich. Vor allem der Wechselgesang zwischen den beiden Tribünen konnte mal richtig was, verstanden hab ich natürlich nichts aber war nen richtig gutes Ding.

Auch konnte man auf der Cop d‘Auteuil vor allem in der zweiten Halbzeit einige wirklich richtig geile Hüpfeinlagen beobachten. Da scheint das Konzept mit der dicken Soundanlage sehr gut aufzugehen, da sich wirklich alle Gruppen/Fans an diesen beteiligten, richtig fein anzuschauen.

Ein bisschen Kritik sei mir an dieser Stelle auch noch kurz gegönnt. Soviel Potential eigentlich in gegenüberliegenden Fanblöcken auch steckt, beide kochten über die 90 Minuten, ob bewusst oder unbewusst weiß ich nicht, größtenteils ihr eigenes Süppchen.

Da könnte man sicherlich mehr raus machen, auch wenn auf der Cop dAuteuil größtenteils geschlossen gesungen wurde.

Die erste Halbzeit des Spiels ist sportlich schnell erzählt. Sie gehörte fast gänzlich Paris, welche Chance um Chance hatten um die erste Butze zu machen. Nur der glänzend aufgelegte Keeper der Gäste konnte zunächst die Führung vereiteln bevor er in 45 Minute, kurz vor der Halbzeit, durch nen verwandelten Foulelfmeter durch Hoarau um den Lohn seiner wirklich super Leistung gebracht wurde.

Die Halbzeit nutzten wir um noch mal schnell den Fanshop zu stürmen und das ein oder andere Souvenir zu SOLDES-Preisen zu ergattern. Nette Shirts und Schals zu gescheiten Preisen konnte der Shoppimg_04981ingerfahrene Fan entdecken.

Halbzeit 2 begann mit einem Paukenschlag,dem 1:1 in der 50. Minute durch V.Sverkos.

Der sollte jedem gebildeten Fussballfan noch zu gut aus Gladbacher Zeiten bekannt sein. Ne wirklich sehr feine Bude hat der Ex-Fohle da geschossen. Kurz wagte ich dann den Blick zum Gästeblock, bisschen Bewegung, ein zwei kleine Fahnen das war’s dann aber auch schon.

Die Freude sollte eh nicht so lange halten da die Pariser durch Luyindula in der 62 nach einer Ecke und gestocher im Strafraum zum 2:1 trafen. Wieder fetter Torpogo, bisschen Rauch und satt Bengalen wurden dem gemeinen Fussballfan geboten. Geil, nicht mehr und nicht weniger!

Im weiteren Spielverlauf passierte nicht mehr viel, Paris verteidigte sicher, ließ wenig zu und hätte durch einen der vielen Konter ihre Führung sicherlich ausbauen können. Die Fanblöcke gaben noch mal richtig Gas und konnten durch einige nette Gesangseinlagen weiter bei mir Punkten.

Im Großen und Ganzen ein wirklich perfekter Abschluss meines richtig geilen Kurztrips nach Paris.

Sowohl die Stadt als auch den Abstecher in den Parc de Princes kann man sich blind geben. Besser dann natürlich wenn nen richtiger Brocken wie Marseille oder Bordeaux zu Besuch ist…

Im Anhang sind nen paar Bilder die ich geknipst hab.Man verzeihe mir die Qualität aber fotografieren gehört weder zu meinen Hobbies noch zu meinen Stärken…

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Kommentare
  1. ein_fan sagt:

    Seit wann gibt es eigentlich die Gruppe Tigris Mystic wieder und wie sind bitte die Bolougne Boys als Gruppe im Stadion aktiv (ohne Zaunfahne etc. 😉 ), durch das Verbot der Gruppe in Frankreich?!

  2. horti sagt:

    Aktiv im Stadion waren die mit Gruppenklamotten und Zaunfahne im Stadion nicht,das ist richtig!Allerdings standen einige(..noch mit Gruppenklamotten) vor dem Stadion an/in der Garage wo Cop of Boulogne Klamotten verkauft wurde.Ich riskiere einfach mal die Aussage,dass sie nachher auch „aktiv“ im Stadion waren…
    Das Tigris Mystik sich aufgelöst hat war mir nicht bewusst, da genau an ihrer Stelle ein Ultrahaufen stand habe ich sie dafür gehalten.Ich bin ja wie ich geschrieben hab auch kein Kenner der Szene in Paris.Aber Danke für die Korrekturen,werden schleunigst übernommen!;-)

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