Bernd Heynemann – Klappe die Zweite

Veröffentlicht: 7. August 2009 von juetty in Sonstiges gefährliches Gedankengut
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Vor einem Monat hatten wir hier schon einmal auf Weisheiten von Bernd Heynemann hingewiesen. (klick) Nun hat Stadionwelt.de ein kleines Interview mit dem ehemaligen Schiedsrichter geführt und der gute Bernd bleibt seinem Motto weiterhin treu. Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal ganz weit den Mund aufreissen.

Bin ich eigentlich davon ausgegangen, dass er nach seinen vergangenen Äusserungen und dem dadurch resultierenden Gegenwind seine Ansichten mal kritisch hinterfragt und sich eventuell etwas mehr mit der Thematik beschäftigt, scheint dies ein Bernd Heynemann nicht wirklich nötig zu haben.

Stadionwelt: Haben Sie Erfahrungen mit der hiesigen Fankultur sammeln können und wenn ja wodurch?
Heynemann: Nein, ich habe zwar bereits des Öfteren Vorträge über das Thema gehalten. Aber in den engeren Kontakt mit diesen Fans kam ich bisher noch nicht.

Geil. Ich denke aktuell ernsthaft darüber nach mal ein paar Vorträge über das afrikanischen Wobaabe Volk zu halten. Kommt sicherlich ähnlich Hochwertiges bei rum, als wenn Heynemann über Fans vorträgt. Dass die mail, in der ich schrieb ein Ultra zu sein, mein Fandasein, welches nun überhaupt nicht seinem Bild eines Ultras entspricht, skizzierte und einige Fragen stellte immernoch nicht beantwortet wurde, verwundert da auch nicht weiter. Aber vermutlich ist der Internetausdrucker der CDU mal wieder in der Werkstatt…

Weiter interessant, lustig und traurig ist auch die Antwort in der er konkret auf Ultras und Hooligans eingeht:

Stadionwelt: Sie warfen den Ultras in Ihrer Rede vor, nichts mehr mit Fußball zu tun zu haben und Hass-, Gewalt- und Krawallpunkte zu setzen. Ist eine solche Pauschalierung nicht sehr gefährlich, da man Mitglieder einer sich immer stärker ausbreitenden Jugendbewegung im Grunde kriminalisiert?
Heynemann: Meine Rede hat nichts mit einer Kriminalisierung von zumeist jungen Fans zu tun. Meine geäußerten Kategorien von normalen Fans, Hooligans und Ultras basieren auf wissenschaftlichen Arbeiten von Professor Gunther A. Pilz, dem führenden Fanforscher in Deutschland. Es ist doch so, dass diese Ultras keinen Bezug mehr zum Fußball haben. Diese Ultras könnten sich genauso gut bei einer Häkelveranstaltung treffen. Sie suchen lediglich die verbale und körperliche Auseinandersetzung mit gegnerischen Fans und der Polizei. Das hat mit Fußball nichts zu tun. Sie interessieren sich doch nicht für das, was auf dem Spielfeld passiert oder wie es ihrer Mannschaft und dem eigenen Verein ergeht. Das unterscheidet sie  auch beispielsweise von den Hooligans. Vor drei oder vier Jahren wurde kurzfristig das DFB Pokalspiel zwischen dem FC Hansa Rostock und Eintracht Braunschweig abgesagt. Die Hansa-Fans, die sich bereits auf dem Weg nach Niedersachsen befanden, erfuhren von der Entscheidung, das Spiel abzusagen, erst in Stendal am Bahnhof. Dort nahmen sie dann den kompletten Bahnhof auseinander und zündeten sogar Polizeiautos an. Hier kann man wenigstens noch einen Bezug zum Fußball wahrnehmen, da sie eben zum Spiel nach Niedersachsen unterwegs waren.

Diese Ultras, von denen in Dortmund z.B. einige beim Verein angestellt sind und weitere sich ehrenamtlich im Verein, speziell der Fanabteilung, den Arsch aufreissen interessieren sich also nicht für den Verein für den sie tätig sind!? Gewagte These… Und diejenigen, die die Ultras z.B. beim Tor zum 0:2 in Udine, beim 1:1 im Pokalfinale oder beim 3:3 im letzten Heimderby erleben durften, hätten sicherlich ohne diese Erläuterung geglaubt, dass sich die Ultras sehr wohl für das Geschehen auf dem Platz interessieren. Gut, dass Sie dies nun richtig stellen, Herr Heynemann.

Zu gerne würde ich auch einen kleinen Kommentar vom Gunther A. Pilz zu dieser Antwort hören. Pilz hat sicherlich auch dann und wann mal etwas fragwürdige Behauptungen aufgestellt, aber dass diese Antwort auf seinen Arbeiten basieren soll, wird ihm wohl nicht sehr gefallen. So sehr hinterm Mond lebt der Pilz ja nun auch nicht. Da wollen wir ja fair bleiben…

Zum Teil mit den Hooligans will ich mich, glaub ich, gar nicht erst groß äussern. Hools interessieren sich also im Gegensatz zu den Ultras noch für Fußball?! Hätte ich so jetzt eher nicht vermutet, wird aber sicherlich auch stimmen. Was ein Unfug…

Zu guter Letzt findet Heynemann dann auch noch Investoren a la Red Bull und Hopp total supi, weil man so international konkurenzfähig [tm] bleibt. Gerade, wo man nun wahrscheinlich in den nächsten Jahren, auch ohne mitwirken von Hopp und Red Bull, Platz 3 in der 5-Jahreswertung zurück erobern wird, muss man sich sicherlich um die Konkurenzfähigkeit große Gedanken machen.

ABER ich möchte auch nicht alles ausschließlich negativ bewerten. Wikipedia meint nämlich, dass Heynemann überraschend nur auf Platz 9 der CDU-Landesliste zur anstehenden Bundestagswahl steht und somit ein erneuter Einzug in den Bundestag sehr unwahrscheinlich ist. Geht doch!

(Das komplette Interview)

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