BVB-Leverkusen und der Derby-Boykott

Veröffentlicht: 24. August 2010 von juetty in Profis, Sonstiges gefährliches Gedankengut
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Zum gestrigen Spiel gegen Leverkusen werde ich mich diesmal einfach mal sehr kurz fassen:

Obwohl Sonntagsspiele meist eher Stimmungsarm sind, merkte man den Schwarzgelben Fans deutlich an, dass diese Bock auf die neue Saison haben. Schon weit vor Spielbeginn schepperte es ein paar mal ordentlich im Gebälk und es hätte ein sehr Stimmungsvoller Abend werden können, wenn wir nicht gegen eine recht kluge und souveräne Leverkusener Mannschaft gespielt hätten. Diese lochten in den ersten 20 Minuten zwei mal ein und ließen generell sehr wenig Torchancen für uns zu. Bzw. stellten wir uns zu doof an. Aber das ist Ansichtssache.

Aus Leverkusen waren gute 3000 Fan mitgekommen, die zwar fröhlich feierten, aber nur selten laut wurden. Wir hatten gar nichts zu feiern, waren aber für den Spielverlauf recht oft laut. Speziell in der 2. Halbzeit, wo für uns auf dem Platz gar nichts mehr ging, wurde es in den bis zur 65. Minute überraschend laut. Genützt hat es bekanntlich nichts, aber gegen den zukünftigen Meister oder Vizemeister (meine persönliche Meinung) kann man auch mal verlieren….

Und damit gehts gleich weiter zum nächsten Thema: Unser Derby  naht und vor kurzem wurde man auf die Preissteigerungen der Blauen aufmerksam. Kurz gesagt, die gehen gar nicht klar! Stehplätze, die letztes Jahr noch bei 13€ lagen, kosten uns in diesem Jahr 20 Schleifen. Und die deutliche Mehrheit der verfügbaren Karten, die Sitzplatzkarten, werden mit stolzen 40, 50 oder 60€ ausgezeichnet, was nunmal überhaupt nicht ausgezeichnet ist. Die genaue Anzahl der jeweiligen Kategorien ist mir zwar nicht bekannt, ich vermute aber, dass die Eintrittskarte im Schnitt bei ca. 40€ liegen wird, was einfach zu viel ist.

Ich habe daraufhin beschlossen mir keine Karte zu kaufen und bin überdies erfreut, dass es der Rest der Zone ähnlich sieht. Wir werden nicht hinfahren und uns damit nicht bei der Preistreiberei beteiligen. Zwar muss man befürchten, dass unsere leeren Plätze durch andere Fans besetzt werden, aber irgendwann hört es nunmal auch auf! Selbstverständlich ist es DAS Spiel der Hinrunde, aber wenn wir weiterhin jeden noch so unverschämten Preis kommantarlos bezahlen, bekommen wir früher oder später englische Verhältnisse und tragen auch noch selber Schuld daran.

Zum dem Thema hat Sascha von Schwatzgelb.de einen ganz passenden Text geschrieben, aus dem ich einen kleinen Auszug zitieren möchte, der es ziemlich gut auf den Punkt bringt:

Natürlich ist das Derby ein Spiel, das man nur ungern verpasst und natürlich hat die Mannschaft unsere Unterstüzung ausgerechnet dort verdient und nötig. Aber ein kluger Mensch hat einmal gesagt, dass nichts, für das es sich wirklich lohnt zu kämpfen, einem leicht fällt. Man kann sich aufregen und sich beschweren, ändern tut man allein dadurch nichts. Im Gegenteil. Akzeptiert man diese Preispolitik, akzeptiert man auch, dass sich ein derartiges Preisniveau etabliert und in der Zukunft weiter ausgebaut wird. Es braucht sich also niemand, der sich jetzt ein Ticket kauft, ernsthaft wundern, wenn er in Zukunft öfters in diesen Dimensionen zur Kasse gebeten wird. Auch das Argument, dass ein Verzicht nichts bringe, weil die Karte sicherlich von jemand anderem genommen wird, ist nicht viel mehr als eine bequeme Ausrede, um sich der Konsequenz zu entziehen. Wer etwas verändern will, muss bei sich selbst anfangen. Der Verzicht auf einen Besuch allein reicht natürlich nicht. Es gilt, andere auf diese Entwicklung hinzuweisen und zu überzeugen. Gemeinsamkeit schaffen und sich geschlossen dieser Politik entgegen zu stellen. Jeder, der diese Entwicklung mit einem Kauf befeuert sollte sich bewusst sein, dass vielleicht er in den nächsten Jahren zu denjenigen gehört, die durchs Raster fallen und sich einen Stadionbesuch nicht mehr leisten können. Stoppen kann man das nur durch vereintes Handeln und konsequente Verweigerung.

Edit: Stell dir vor, es ist Derby und niemand geht hin!

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Kommentare
  1. Paul sagt:

    Schweren Herzens werde auch nicht nicht hinfahren! Ich habe nach Saschas Text auch darauf verzichtet mir eine Karte zu besorgen. Ich fühl mich zwar so oder so jetzt scheiße, aber ich denke mit einem Verzicht auf solche Spiele doch langfristig vielleicht was ausrichten zu können.

    Dieses Jahr fehlen vielleicht 100 und nächstes mal (wenn die Preise so bleiben) womöglich schon 1000…

    Reclaim the game!

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