Fussball in der NZ-Zeit

Veröffentlicht: 28. Januar 2011 von juetty in Sonstiges gefährliches Gedankengut
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Gestern jährte sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz zum 66. mal und an dem „Tag gegen das Vergessen“, welcher vor ein paar Jahren ins Leben gerufen wurde nahm auch das BORUSSEUM teil.

Neben den generellen Auswirkungen im Fussball wurden drei Einzelschicksale näher Beleuchtet:

  • Walther Bensemann , jüdischer Fussballmissionar, Gründer der Zeitschrift Kicker, sowie zahlreicher Süddeutscher Vereine.
  • Julius „Juller“ Hirsch jüdischer Fussballspieler, der 2 mal Deutscher Meister sowie 7-maliger Nationalspieler wurde und in Auschwitz sein Leben ließ.
  • Heinrich Czerkus ein im Dienst des BVB stehener Kommunist und Widerstandskämpfer, der 1945 kurz vor der Befreiung Deutschlands von der Gestapo noch gefasst und ermordet wurde.

Obwohl ich sicherlich schon hunderte Dokus über die Zeit und die Verbrechen gesehen habe, gehen solche Erzählungen doch immer wieder unter die Haut. Gerade dann, wenn es um Einzelschicksale unter den Millionen Toten geht, kann man das Leid dieser Zeit in Ansätzen nachempfinden.

Ich persönlich fand jedoch, wenig überraschend, den Part über den BVB am interessantesten. Zwar habe ich darüber auch schon X-mal gelesen und gehört, aber der BVB-Archivar Gerd Kolbe vermag es immer wieder, mich mit seinen Erzählungen zu erfreuen. (Hier mal ein Wink mit dem Zaunpfahl ans BVB-Podcast-Team: Gerd einladen, Mikro anschmeißen und ihn 2 Stündchen reden lassen! Wird grandios! )

Am aufsehenerregendsten war für mich wohl seine (neuen) Erkenntnisse zu unserem Vereinslied. Kolbe regte an, dass über dieses zu gegebener Zeit nochmals gesprochen werden solle. In den letzten Jahren stand unser 1934 erschienenes Vereinslied ja schon mehrfach in der Diskussion. Die Zeile „Ball Heil Hurra-Borussia“ wurde zunächst umgeändert in „Hipp Hipp Hurra – Borussia“ , da es Leute gab, die sich am „Ball Heil“ störten und darin einen rechtslastigen Befriff sahen. Wenige JHVs später wurde es jedoch wieder rückgängig gemacht, da der Begriff „Heil“ zwangsläufig eben nichts mit rechter Gesinnung zutun haben muss und dieses „Ball Heil Hurra“ über lange Zeit ein Teil der BVB-Identität wurde.

Gestern schilderte Kolbe jedoch eine – für mich und die meisten – neue Entstehungsgeschichte zu diesem Vereinslied. Es soll als „Hipp-Hipp Hurra – Borussia“ geschrieben worden sein und erst nach Durchsicht der Nazis in „Ball Heil Hurra – Borussia“ geändert worden sein. Diese Geschichte wurde meines Wissens nach so noch nicht geäussert und wirft in der Tat ein anderes Licht auf unser Vereinslied. So wurde auch eine erste Stimme nach abermaliger Änderung des Vereinslied laut,  ich persönlich bin diesbezüglich aber noch recht unschlüssig und warte lieber wirklich nochmal weitere Gespräche ab. Es wäre schön, wenn dieses Rätzel noch zu 100% klären wäre (Alois Scheffler mit 96 Jahren Dienstältester in der BVB Familie konnte gestern Krankheitsbedingt nichts dazu beitragen) , denn wenn dies nicht möglich ist, fände ich beide Versionen des Vereinslieds wohl irgendwie suboptimal… Beide Versionen haben für mich seit gestern eine Daseinsberechtigung, jedoch auch ihre negativen Seiten. Heikles Thema irgendwie…

Aber wie dem auch sei, dieser Abend, vor rund 50 eher jüngeren Leuten, hat durchaus Spaß gemacht und ich freue mich jetzt schon auf den nächsten ähnlichen Abend.

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