Mit ‘Borussia’ getaggte Beiträge

Nachdem heute das Zittern in den Händen langsam nachgelassen hat und das Wochenende körperlich verdaut zu sein scheint, haue ich auch mal wieder in die Tasten. Eigentlich könnte ich einfach nur kurz mit diversen superlativen um mich schmeißen und feststellen, dass es das besteste, freudigste, alkoholreichste Wochenende seit langer, langer Zeit war, aber da die Leserschaft hier ja ohnehin schon vom gähnender Leere geplagt ist, mache ich es doch etwas ausführlicher:

Als am Freitag die lästigen Pflichten hinter einem gelassen werden konnten, wurden sogleich die freudigen Pflichten in Angriff genommen. Die geplante Meisterchoreo benötigte noch den Feinschliff und so wurde zunächst etwas gebastelt, ehe es zum ersten Höhepunkt des Wochenendes kommen sollte: Borussia Hearts Club Party im legendären Subrosa. Der Abend war von einem schwatzgelben organisiert und per gut laufender Mundpropagangda publik gemacht worden. So war der Laden ganz gut gefüllt, als es zunächst mit einer Lesung und anschließend mit den Jungs von SBK Basement los ging. Das war soweit ganz nett, aber Highlight des Abends war natürlich der folgende Auftritt von Klaus „Godfather“ Neuhaus! Neben seinen allseits beliebten Hits „Kagawa Shinji“, „Uli Hoeneß, hol dein Fernglas raus“ , „Konitschiwa“, der „Mannschaftsaufstellung“ usw. , war der Hit des Abend die vielfach geforderte Zugabe: „In der Wanne…“ (…schwimmt ne Kackawurst und keiner wills gewesen sein!) Insgesamt ein total schlechter, aber durchaus spaßiger Auftritt. Helge Schneider ließ grüßen. (Wer sich Auschnitte des Auftritts nochmal angucken möchte: Teil1 Teil2 – Leider fehlt aber „In der Wanne“ )

Danach machte sich ein kleiner Trupp auf zu einer sogenannten „Gründertour“ in Richtung Borsigplatz. Natürlich nicht ohne zahlreiche Stopps bei den dahergelaufenen Kneipen und dem ein oder anderen Würfelspielchen, bei dem Sarah abermals ihre Stärken ausspielten konnte und die Frage geklärt wurde, wieso Stolle aus dem BVB-Podcast-Team geflogen ist. Dieser Herr Stolle offenbarte uns doch tatsächlich, dass er a) noch nie geschockt hat und b) noch nie ein Hansa getrunken hat. Ein Wunder, dass sich überhaupt noch Menschen mit ihm umgeben… 😉 Ansonsten endete der Abend natürlich im Suff und Sterne guckend am Borsigplatz.

Mit wenigen Stunden Schlaf und leicht angekatert ging es am nächsten morgen für einen kleinen Trupp der Zone zum Westfalenstadion, wo ab 09 Uhr die Choreo von TU und den Jubos final vorbereitet werden sollte. Wochenlange Arbeit wurde wieder hinein gesteckt und insgesamt gab die Choreo ein gutes, wenn auch kein perfektes Bild ab.

Leider gab es einen kleinen Riss in der Befestigung der Spieler und ausgerechnet Dedes Kopf fiel etwas in sich zusammen. Zudem trauerten alle Borussen um Jockel Bracht, einen Meister der Jahre 56,57,63. Dass durch die Schweigeminute auch der Zeitplan der Choreo durcheinander geriet ist natürlich total nebensächlich, aber doch zusätzlich schade. Aber die grundsätzliche Botschaft dürfte jeden erreicht haben: Die geilste, beste und überzeugendste Mannschaft seit vielen Jahren kommt aus Dortmund und ist der verdiente Meister 2011!

Nachdem die Choreo dann weggeräumt war und ich am Fernseher schon den ersten verschossenen Elfmeter miterlebte, gab es auf der Tribüne ein freudiges Wiedersehen. Der verlorene Sohn Horti war wieder da! Zwar hatte er bei weitem nicht genug Platz für uns freigehalten, aber das sei ihm ausnahmweise verziehen. Ansonsten passierte erstmal nichts weltbewegendes bis zum Beginn der 2. Halbzeit. Dann war plötzlich im wahrsten Sinne des Wortes Feuer unterm Dach! Zunächst brannte es auf der Süd. Einige Rauchtöpfe, Bengalen und Bresslauer gingen hoch und erzeugten ein zweifellos geiles Bild. Ob dies aber auf einer Tribüne, auf der noch allerhand Choreokram rumfliegt zu vertreten ist, steht auf einem anderen Blatt. Die Aktion erntete auch höhrbare Pfiffe von Teilen der Südtribüne. Wenige Minuten später machte der Gast aus Frankfurt das 0:1 und der Feuerteufel war auch im Gästeblock zugegen. Sekunden nach dem Tor gingen auch hier diverse Pyroklamotten hoch und Frankfurt zeigte eine Spruchband „Deutscher Randalemeister 2011“. Nette Aktion. Es war aber auch fast das einzige mal, dass der Gästeanhang groß in Aktion trat.

Diesen feurigen Minuten folgte nun die Aufholjagd der Borussia. In der 68. und 72. Minute wurde das Spiel gedreht und die SGE faktisch in die zweite Liga geschossen. Wieso sich aber nicht wenige Borussen über die Treffer von Wolfsburg, dem direkten Eintracht-Konkurenten, freuten blieb jedoch wohl nicht nur mir ein Rätsel. Klar ist die Eintracht mitunter durchaus kacke, aber so Vereine wie VfL Wolfsburg verdienen die Bundesliga sicherlich weniger als die Frankfurter…

Im Anschluss verschoss (ausgerechnet) Dede noch einen weiteren Elfmeter und Barrios besiegelte in der 90. Minute den Sieg mit dem treffer zum 3:1. Danach folgte, wie schon im Spiel gegen Nürnberg, ein versuchter Platzsturm. Diesmal wurde aber schon während des Spiels ein Teilstück des Zauns bearbeitet und nach dem Abpfiff, wie ein Geragentor hochgeklappt. Bis zur Schalenübergabe gegen 17:45Uhr hielt die erste Ordnerkette vor dem Spielfeld dann noch, danach brachen aber erstmal alle Dämme. Ich hätte zwar 0,0 Bock darauf mich an so einem Tag minutenlang an den Ordnern aufzureiben, aber ein Platzsturm gehört auch für mich irgendwie zu den Meisterschaften.

Als das Fussballerische dann abgearbeitet war, ging es weiter zum nächsten Punkt des Wochenendes: Auch mal Feiern! Ich hatte vom BVB, für meine überragenden Dienste im Borusseum , 2 Karten für die Mitarbeiterfeier bekommen und da ich ja durchaus als Freund von Gratisgeschichten bin, wollte ich da zumindest für 2-3 Stunden vorbei. „Kurz einen Happen essen und ein Gläschen trinken…“ Also wurde Suddi eingepackt und es ging in den Westfalenpark, während der zahlreich vertretene Rest der Zone es sich im Westpark und Nordstadt gemütlich machte. Blöderweise wurde die Party dann doch spaßiger als gedacht und aus den 2-3 Stunden wurde mal so gar nichts! Im Seepavilion des Westfalenparks versammelten sich ein paar sportlich chice Getränkeliebhaber, die fortan ihr Spanferkel mit einigen Bieren und Schnäpsen runterspülten. Draussen riss Bruno „Günna“ Knust Witze am laufenden Band, Helmut Zerlett klimperte am Keyboard, ein Udo Jürgens-Verschnitt tat selbiges am Klavier und die anwesenden Greenkeeper lieferten sich mit der Hand voll TUler einen kleinen Gesangsbattle. Der recht gelungene Abend endete schlußendlich damit, dass ich tanzte (!!) und mit Suddi gegen halb 7 ein Taxi bestellte. Uff, guter Abend!

Und am Sonntag sollte es gegen Mittag schon wieder weiter gehen. Der Meisterkonvoi rollte durch die Stadt und wurde konsequent umgangen. Zunächst ging es auf ein Katerfrühstück in das BVB-Gründerhaus, in dem sich heute eine Pommesbude befindet und nach 2-3 Hansa nahmen wir Kurs auf die Lenz-Stube, wo der restliche Tag verlebt werden sollte. Und was soll ich sagen? Es war einfach absolut rund! Am Beamer verfolgte man die Bilder vom Umzug durch Dortmund (und musste sich nicht zwigend Nena und andere Kreisch-Weiber antun), vor den Fenstern zogen schwarzgelbe Karavenen entlang und drinnen spielten sich herrlichste Szenen ab. Bilder, die wie viele in den letzten Wochen, für immer im Gedächtnis bleiben und einfach unbeschreiblich sind. Die pure Freude, die pure Extase,der pure Wahnsinn, das pure Leben! Solche Momente machen alle Schmerzen, die uns der BVB in all den Jahren bereitete, vergessen und in Hoffnung auf weitere Momente dieser Art, wird man sein Leben lang dem Ballspielverein treu bleiben. Echte Liebe!

Gegen 23-24Uhr waren bei mir jedoch sämtliche Kräfte verfeiert, versoffen, vertanzt, versungen, so dass ich die Notbremse ziehen musste und mich in mein Bett schleppte. So endete ein Wahnsinnswochenende. Wunderschön! Danke BVB!

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BV Borussia – FSV Mainz 05

Veröffentlicht: 21. März 2011 von juetty in Profis
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Endlich wieder BVB! Die letzten 2 Bundesligaspiele hatte ich ja bekanntlich nicht besuchen können und so war die Vorfreude am Samstag doch etwas größer als sonst üblich. Zusammen mit Pudding, Heiko und Achim ging es mit dem Zug von Reken aus nach Dortmund, wo wir zum einen den Herrn Suddenberger aufgabelten und uns noch etwas von den Nachmittagsspielen anguckten, ehe es zum Westfalnstadion ging.

Das Spiel begann dann wie man es sich erhofft hatte. Schon nach 8 Minuten gelang Hummels die Führung und 10 Minuten später hatte Sahin, per Elfmeter, schon das 2:0 auf dem Fuss. Allerdings vergab er den Elfmeter und damit wohl auch eine Art Vorentscheidung. In der Folgezeit blieb der BVB zwar weitesgehend das spielbestimmende Team, die sonst massenhaft vorhandenen Chancen blieben eher mangelwahre. „Taktisch geprägtes Spiel“ nennen es die Fachleute wohl. Kurz vor Abpfiff konnten die Mainzer dann leider noch einen viel diskutieren Angriff starten und zum 1:1 Endtstand verwandeln. Subotic hatte während dieses Angriffs mit Eiersalat zu kämpfen und konnte demnach nicht ins Spiel eingreifen, was viele Borussen dazu veranlasste von den Mainzern zu erwarten, dass diese den Ball ins Aus spielen sollten. Aber das taten sie nicht, sondern nutzen die Lücke in der Abwehr zum erfolgreichen Torschuss. Naja, passiert… Ich persönlich habe da schon ganz andere Aktionen gesehen und fand es an sich nicht sooo dramtisch.

Zum kollektiven Ausrasten hat uns jedoch der Mainzer Keeper Wetklo gebracht. Ich hatte es Suddi schon vor der Partie gesagt gehabt und konnte mich später bestätigt fühlen: Ein ehemaliger Kommilitone aus GE-Buer hatte mich vor Jahren schonmal auf Wetklo hingewiesen. Schwerst Königblau soll er sein und nachdem was Samstag abging, dürfte da einiges dran sein. Er gab sich nach dem Ausgleich einem Affentanz hin, jubelte euphorisch in Richtung Süd und zeigte an, dass er seine blaue Trikotfarbe toll fand.  Damit steht dann bei vielen Borussen wieder ein Keeper mehr auf der Hassliste…

Und nun noch ein paar Worte zur Stimmung: Der Gast aus Mainz, der normal über keinen sehr großen Auswärtsmob verfügt,kam mit ca. 7000 Mann angereist. Schon etwas verrückt, wenn man bedenkt, dass bei deren Derbies gegen Lautern und FFM nur ca. 3000 Fans mitreisten. Ein großer Teil der 7000 Leuten scheint aus Klopp-Touristen zu bestehen und dem entsprechend laut war es auch im Gästebereich. Ich habe nicht einmal irgendwas gehört und Bewegung sah man auch nur in kleineren Bereichen des Stehplatzblocks. Ziemlich mieser Auftritt, vor allem wenn man ihn im Verhältnis Masse zu Klasse betrachtet.

Aber der letzte Satz könnte auch die heimische Südtribüne an diesem Tag umschreiben. Es ging nicht so sonderlich viel. Bekannterweise gab es zum letzten Heimspiel hin eine Veränderung an der Soundanlage, die nicht mehr mittig in Block Drölf steht, sondern nun einmal in Block 12 und einmal in Block 13. Damit wird nun auch unseren Stammplatz etwas mehr beschallt und mir speziell in der 1. Halbzeit einige Nerven gekostet hat. Wolle war nämlich nach einer Pause wieder zurück auf dem Vorsängerposten und zeigte leider wie mächtig diese Soundanlage doch sein kann. Zwar ist Wolle ein super Vorsänger und ich freue mich über sein Comeback, jedoch schien es so, als sei sein Taktgefühl nach dieser Pause noch nicht wieder bei 100% angelangt. Oftmals waren die Gesänge aus der Anlage leicht versetzt zu unserem Gesangtstempo und fühlten sich dadurch in etwa so wie ein Schlag in die Fresse an. Alle paar Minuten wurde man beim Singen aus dem Takt gebracht, was nicht wirklich den Spaßfaktor erhöhte.  Aber das wird sich sicherlich bald wieder geben und macht auch deutlich, dass der Job des Vorsängers doch nicht so einfach ist, wie manchmal vermutet wird. In der Zwoten Halbzeit wurde es von der Stimmung und vom Spaß her jedoch besser und ich glaube die neue Soundanlage kann sich nach ein paar Spielen als sehr vorteilhaft erweisen.Insgesamt war es aber sicherlich einer der schlechteren Auftritte der letzten 2 Jahre.

Und sonst? Der Vorsprung beträgt nun durch den Verlust der 2 Punkte „nur“ noch 7 Punkte. Somit hat Leverkusen den Vorsprung nach 10 Spielen in der Rückrunde um 3 Punkte verkürzen können. Also noch kein wirklicher Grund zur Panik und zur Weltuntergangsstimmung, die man mancher Orts wahrnehmen kann.

Puuhh… Daran, dass das Wochenende, rückblickend betrachtet, nur gefühlte 09 Minuten gedauert hat, kann man merken, dass der Ball wieder rollt. Und wie!

Nach einer recht ruhigen Fahrt in den Kölner Vorort haben unsere schwarzgelben Spieler nur 6 Minütchen gebraucht um an die sensationelle Hinrunde anzuknüpfen. Einer interessanten, etwas überlegenen ersten Halbzeit folgten die paar große Augenblicke, in denen die Herren Großkreutz und Götze 3 mal trafen und vorerst alle Leverkusener Meisterträume pulverisierten. Hut ab, meine Damen! Kann man so machen…

Aber auch davon ab konnte der Tag was. Nach einer längeren Zeit diverser interner Verbesserungen konnte man den Adler und den Lenzkopf wieder im Gästeblock erblickt werden. The Unity kehrt als Gruppe zurück in den Block. Verändern wird sich dadurch zwar nicht wirklich viel, aber es ist trotzdem ein geiles Gefühl die altbekannten Fahnen wieder zu sehen und so konnten sich auch mein Kleiderschrank an einer längst überfällige Aufräumaktion erfreuen…

Die Stimmung – und jetzt klage ich mal auf sehr hohem Niveau – hat dadurch aber keinen Aufschwung erlebt. In der ersten Halbzeit war es durchaus gut, aber etwas schwächer als beim letzten Auftritt in LEV. Natürlich auch durch die Tore bedingt wurde es aber in der Zwoten Halbzeit merklich lauter und diverse male rockte der komplette Borussenanhang das Ulrich-Haberland. Schon recht geil… 7000-10.000 Dortmunder waren verteilt im Stadion, was bei den schwierigen Kartenverhältnissen richtig gut war. Ich war positiv überrascht.

Auf der gegenüber liegenden Seite war hingegen nicht sonderlich viel Los. Stimmung kam dort nur sehr bedingt auf. Einzig die „Werkskrieger“-Choreo konnte das ganze etwas aufwerten. Sicherlich keine umwerfende Geschichte, aber man hat auch schon schlechtere Sachen gesehen.

Nach dem Spiel wurde dann noch n Stündchen in der berüchtigten FARBENSTADT rumgepimmelt, ehe es mit den 3 Punkten und ein paar Wegbieren im Sack wieder zurück in die Hansastadt ging. Also lockeres Warmtrinken für den wohl alkoholreichsten 10. Geburtstag, den ich bislang erlebt habe und welcher auch zu einem rundum gelungenen Wochenende beitragen konnte. So kanns weiter gehen!

Also dann mal bis Samstag, wenn es wieder heißt BVB! BVB 09! Jaaaaa

Sevilla – BVB

Veröffentlicht: 20. Dezember 2010 von juetty in Profis
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Da ich nach der Ankündigung aus der letzten Woche nun wirklich mal nen Tag in DO verbrachte, mache ich mich natürlich auch wie versprochen ans Schreiben. Heute gib es die Erlebnisse aus Sevilla und über die Winterpause wird sicherlich noch der ein oder andere verpasste Bericht folgen…

Tag 1

Im Vorfeld des Spiels stand für uns erstmal ein kleiner logistischer Aufwand ins Haus, um alle 7 Zonies in die für sie passenden Flieger zu bekommen. Die unterschiedlichen Zeitpunkte vom „OK“ des jeweiligen Chefs/Professors/Freundin/Freund/Geldbeutels machten es zwar etwas komplizierter, aber letztendlich kamen alle (halbwegs) gut unter. Meinert und Neuhaus machten  einen  Kurztrip mit dem Fanabteilungsflieger, Achim flog von Frankfurt nach Malaga und dann weiter per Bus, Sarah und Heiko durften sich auf 2 mal 12 Stunden Aufenthalt auf Malle freuen und Horti und ich flogen Dienstagmorgen direkt von Weeze nach Sevilla. Unser Flieger war wie erwartet vollbesetzt mit Borussen und hob um 7:55h nach vollbrachter Flughafenkontrolle und Polizeikontrolle beinah voll besetzt ab. Lediglich 4 Fans kamen dank des Schneechaos einige Minuten zu spät am Flughafen an und durften sich dann noch einen alternativen Flieger suchen.

In Sevilla angekommen führte uns der Weg zunächst zum Supermarkt am Hostel, wo es Bier für 0,46€ gab. Und als ob ich damit nicht schon beinah zufrieden gewesen wäre, gab es auf jedes 2. Bier nochmal 50% Rabatt. (Muss ich meinem Kioskmann hier in DO auch mal vorschlagen…) Nach den ersten paar Kännchen machten wir uns sogar noch ein wenig an die städtische Kultur. Unser 11€ Hostel bot nachmittags eine kostenlose Stadtführung an, die wir gerne mitnahmen. Nachdem die Stadt auf dem Weg von Flughafen zum Hostel einen eher mittelmäßigen Eindruck machte, wusste sie dies bei der Tour doch zu relativieren. Eine ganz feine Altstadt hat man sich da gebastelt. Enge Gassen, teilweise sehr feine Bauten, viel Kultur, unzählige Clementienenbäume, Palmen und nicht zuletzt die erstarkende Sonne sorgten dafür, dass die 2,5 stündige Tour mit dem peruanischen Führer sehr zu gefallen wusste. Zudem sprang durch diese Tour auch noch ein guter Tipp für eine anständige Kneipe raus.  Der halbe Liter Bier war für 2€ zu erstehen und bei jedem Bier gab es auch noch eins von 20 verschiedenen kleinen Baguettes gratis dazu. Super Sache für einen Sufffresser wie mich. Der kleine Hunger kann so gut bekämpft werden. Lediglich von dem Lars Ricken-Baguette, also der Nr. 18 sollte man die Finger lassen. 4 Jahre alter, vergammelter Fischkäse rockt nicht so wirklich.

Später am Abend zog es uns dann noch zum Treffpunkt der schwarz-gelben. Die „Bar Ingrid – Die deutsche Kneipe in Sevilla“ hieß der Schuppen, der uns lediglich auf ein Bier als Gast begrüßen durfte.  Der Bierpreis und das insgesamt nur mäßige Ambiente ließen uns recht flott weiterziehen. Im Anschluss gab es hier und da noch ein paar Pilschen aber über die meisten Ereignisse liegt bei mir ein recht nebeliger Schleier, daher spare ich mir nähere Ausführungen.

Tag 2 (Spieltag)

Stress war in unserer Bude angesagt… In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch wurde ich mehrfach um meinen wohlverdienten Schlaf gebracht. In unserem 8er Zimmer meckerten einige Leute so permanent und laut über meine Schlafgeräusche, dass ich mir einige male die „3 Fragezeichen“ aufs Ohr geben musste um weiterschlafen zu können. Frechheit! Und als Horti irgendwann anfing alle 5 Minuten von unten gegen mein Hochbett zu treten wars endgültig vorbei mit dem Pennen. Aber so bekam ich wenigstens noch etwas von dem Frühstück mit, welches schon um 10 Uhr abgepfiffen wurde.

Danach führte der Weg unsere mittlerweile 5 Zone09menschen zum Plaza de Espania. Ein wirklich schönes ovales Stück Welt! Hier flätzen wir uns in eine der 48 kleinen „Kämmerchen“ und genossen die Sonne sowie das ein oder andere Bierchen beim kurzerhand erfundenen Trinkspielchen, welches ich nur so mittel gut beherrschen sollte… Als dann am frühen Nachmittag Meinert und Neuhaus unsere Gruppe komplettierten, sollte es zu einem Einkaufszentrum gehen, welches als Treffpunkt für BVB-Fans auserkoren war. Sarah, Achim und ich machten vorab aber noch einem Abstecher zum Hostel um noch 1-2 Sachen zu besorgen. Dies war rückblickend betrachtet auch wohl ganz gut, da wir dadurch irgendwie nur so ansatzweise zum Treffpunkt kamen und durch langwieriger Essensaufnahme den allgemeinen Abmarsch verpassten. So schlenderten wir die kurze Strecke zum Stadion zu dritt und konnten die Stadiontore einige Minuten vor dem Mob problemlos passieren. Der Mob bekam es hingegen mit der Staatsmacht einige Probleme. Mitbekommen bzw. gesehen habe ich davon zwar nur das wenigste, aber etliche Augenzeugenberichte lassen mir mittlerweile doch ein halbwegs umfassendes Bild zu: Nervöse Bulle, die gerne den Knüppel rausholten, ließen sich schnell provozieren bzw. suchten die Konfrontation. So kam es beim Betreten des Stadions zu wilden Knüppeleien, auf die der weitestgehend ohnmächtige BVB-Haufen vereinzelt mit Gegengewalt antworten wollte. Sicherlich ist dies nicht der klügste Weg, aber dass man aufgrund gewisser Polizeiaktionen schnell man heftigst Schaum vorm Mund hat, ist nicht ganz unverständlich und mir auch schon 1-2 mal passiert. Vor allem wenn sich die Polizeigewalt gegen Leute richtet, die nun so gar keine Gefahr darstellen. Unser Meinert kam z.B., so wie viele Andere auch, völlig unbeteiligt unter die Knüppel und darf sich jetzt ne neue Brille besorgen und seine Prellungen ausheilen lassen.

Aber kommen wir noch kurz zum Spiel selber. Nach 5 Minuten sah es schon recht gut aus, als wir durch Kagawa in Führung gingen. Im Anschluss daran verpassten wir es aber das 2. Tor zu machen und fingen uns in 5 ganz schläfrigen Minuten 2 Gegentore ein. Nach der Pause sorgte Subotic noch für den frühen Ausgleich, allerdings gelang es uns danach nicht mehr wirklich ins Spiel zu finden. Der Affenhaufen aus Sevilla war fast ausschließlich darauf bedacht das Spiel mit fairen und unfairen Mitteln zu zerstören und wir blieben die passende Antwort schuldig. Als unglücklicher dritter war es das damit für uns im Europapokal. Aber die Chancen stehen ja nicht sooo schlecht kommendes Jahr abermals vertreten zu sein.Von daher war mein größter Ärger darüber am nächsten morgen schon wieder größtenteils verflogen.

Noch ein paar Worte zur Stimmung im Stadion: Auf Seiten vom FC Sevilla kam es 2-3 mal zu Liedern, wo das ganze Stadion mit sang und die somit positiv überraschen konnte. Ansonsten blieb es erwartet mau. Ein bisschen leiser sing-sang und einige Pöbeleien im blau-weißen Schal unserer Nachbarn. Wir hatten aber auch nicht den besten Tag. Bedingt durch die Vorkommnisse vorm Spiel und dem fehlenden Dach, konnte nur sehr selten eine überzeugende Lautstärke erreicht werden. Aber das war an dem Tag ja sowieso eher nebensächlich, da es nach dem Spiel weiter ging mit dem Polizeispielchen. Die Cops zogen nach Spielende teilweise willkürlich Leute aus der Menge die daraufhin noch eine Nacht in der Zelle sowie etliche Schikanierungen über sich ergehen lassen durften. Für mich war der Tag damit gelaufen und ich verschwand im Hostel sehr früh ins Bett. Kacktag insgesamt!

Tag 3

Während unsere FA-Flieger schon wieder in Deutschland waren, machte sich Achim auf den Weg nach Malaga und der Rest der Truppe zog früh morgens nochmal raus in die Stadt. Dank der super Touri-Buskarte machten wir noch eine kleine Stadtrundfahrt, ehe es zum Hauptziel des Tages gehen sollte. Dem etwas größeren Stadion von Real Betis, wo ein gewisser Herr Odonkor noch ab und an seine Fussballstiefel schnürrt. An sich war es beinah das selbe Stadion wie vom FC Sevilla. Nur halt eben in Grün. Weitestgehend gibt es dort zwar noch einen weiteren 3. Sitzrang, aber im Grunde genommen eben auch nur eins dieser üblichen „Schüsselstadien“.  Nachdem der Punkt auch abgehakt werden konnte, gab es noch ein bisschen kulinarisches und kulturelles, ehe es am späten Nachmittag wieder zum Flughafen ging. Hier erreichte uns die Info, dass unsere Zellenbrüder mit einem (falschen) Geständnis ihren Knastaufenthalt beenden durften. Auch wenn diese noch all ihre Flieger verpassten sicherlich die erfreulichste Nachricht des Tages. Hätte ja durchaus auch noch schlimmer kommen können…Kurz darauf hatten Horti und ich wieder Deutschen Boden unter den Füßen und knappe 24h später erreichten auch Heiko und Sarah nach kleiner Tortour auf Malle wieder die Heimathäfen. Bis zum nächsten Jahr, Europa!

 

BV Borussia – Paris St. Germain

Veröffentlicht: 22. Oktober 2010 von juetty in Profis
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Hätte, wäre, wenn…

Hätten wir alle EL-Spiele gewonnen in denen wir besser waren, wären wir nun Tabellenerster und könnten uns, wenn es auf den Zieleinlauf der Gruppenphase zugeht, halbwegs entspannt zurücklehnen. Aber aus dem Heimspielen gegen Sevilla und Paris konnte in Summe leider nur 1 Punkt verbucht werden, womit es jetzt doch leicht kritisch aussieht. Kritisch, aber trotzdem noch durchaus machbar.

Doch bevor feststand, dass es nur zu einem Punkt reichen sollte, stand noch ein recht nettes Vorprogramm auf dem Plan: Unverhofft hatte der Hortmensch früher Feierabend machen können und wollte an die Tasse. Ich hatte auch nichts dagegen den Kater vom Vorabend auszukontern und so trafen wir uns um 15 Uhr in  einem der schönsten Orte auf diesem Planeten: der kleinen Bierkutsche. Während der zugehaarte Mann, entweder die Bedienung anpflaumte oder aber mit seinem imaginären Kollegen Gespräche auf höchstem Niveau führte, taten wir uns schonmal das ein oder andere Bierchen und 2 Geburtstags-Rum/Kola rein. Auch mal Mensch bleiben!

Kurz vor 5 hieß es aber Abschied nehmen und wir pilgerten über die Sonne, wo man auf sogenannte „Fans“ traf, zum Westfalenstadion, wo man wieder das unsympathisch straff durchgeplante Programm der UEFA bewundern durfte. Aber gut, ohne die Forderung sämtliche 19 Schiedsrichter gut zu finden und ohne UEFA-Melodie im Heja-BVB Lied würde bestimmt totales Chaos drohen…

Das folgende Spiel war jedoch leider nicht allzu berauschend. Die Franzosen, die in den letzten 7 Spielen jeweils zu null siegten, standen hinten erwartet sicher und taten nach vorne nicht das meiste. In Halbzeit eins gab es demnach relativ wenig Chancen auf beiden Seiten und mit 0:0 ging es in die Pause. Kurz später bekamen wir einen Elfmeter zugesprochen, den Sahin trocken und sicher einlochte. Und obwohl ich nicht das Gefühl hatte, dass die Pariser uns noch sehr gefährlich werden könnten, fiel in der 87. Minute der etwas unverdiente Ausgleich. Scheißdreck! In der EL läuft es irgendwie noch nicht so glatt…

Die Stimmung war auf unserer Seite so wie ich sie in einer Europapokal-Gruppenphase befürchte. Gab es gegen Sevilla noch einige stimmliche Kracher, blieben diese gegen Paris eher aus. Sitzplätze, auseinander gerissene Fangruppen sowie alkoholfreies Bier scheinen auch uns leider negativ zu beeinflussen. Ich hoffe das spielt sich auf den Tribünen in den hoffentlich noch  folgenden Heimspielen (plural!) etwas besser ein. Auch ohne kuriose Schiedsrichterentscheidungen, wie gegen Sevilla, darf es ruhig etwas lauter sein.

Uns im Norden gegenüber, präsentierte sich der Pariser Anhang doch recht kurios. Dass man in Paris mehr als nur verstritten ist, wusste man natürlich, aber die kranke Entwicklung einer Fanszene selber beobachten zu können ist doch einen Tick härter als nur darüber zu lesen. Trotz der Verbote vieler Fangruppen hatten sich ca. 800 Fans auf den Weg nach Dortmund gemacht, wo ihnen der Weg ins Stadion wohl auch einfacher gelang als in Sevilla. Dort wurden die meisten direkt am Flughafen nämlich schon wieder Heimwärts geschickt.  So hatte man im Stadion schlussendlich an 4 verschiedenen Orten Fangrüppchen, von denen sich mindestens 3 spinnefeind sind.  Von der Süd aus gesehen links neben dem eigentlichen Gästeblock waren die Rechten von der Boulogne-Kurve untergebracht, im Oberrang der Osttribüne die linken Feinde aus der Auteuil Tribüne. Im eigentlichen Gästeblock dazwischen waren gut 200 Anhänger untergebracht, die scheinbar niemand leiden kann, da diese als als „Streikbrecher“ offiziell mit dem Verein reisten. Und das 4. Grüppchen um die Casuals, hielt sich Familienblock auf.  Der Support fiel demnach mäßig aus. Mal wurde ich gegenseitig bepöbelt, mal wurde die Mannschaft angefeuert, aber natürlich nicht gemeinsam und somit wenig laut. Lediglich die ca. 10 Böller aus dem Bereich der Auteuil-Leute, sowie ein Bengalo und eine Silvesterrakete von den Boulogne-Leuten sorgten für etwas mehr Beachtung.

Und zu guter Letzt sollen die Spruchbänder natülich noch eben erwähnt sein: Auf der Süd wurde generell das Verbot von ultra angeprangert, sowie speziell den Supras, ATKS und Grinta Mut zugesprochen. Und eben diese Gruppen forderten Freedom for Ultras und richteten sich mit Colony Capital go home an die Vereinsführung.

In der EL steht für uns in 2 Wochen das nächste Heimspiel an. Dann aber in Paris und dort sollten tunlichst 3 Punkte her um nachher nicht auf irgendwelche Karpartenwunder hoffen zu müssen. Und damit auch am Wochenden keine Langeweile aufkommt geht es morgen beim Amateurderby um eine möglich Eroberung der Tabellenspitze, sowie am Sonntag gegen Hopp um die Verteidigung eben dieser. Es könnte uns ein spaßiges Wochenende bevor stehen…

FC – BV Borussia

Veröffentlicht: 20. Oktober 2010 von juetty in Profis
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Bevor es morgen schon wieder im Europapokal weiter geht, gibt es jetzt noch schnell ein paar Worte zum Gastspiel in Köln, zu dem unsere Zone nur sehr mau angereist ist. Lediglich Pudding hatte seinen Besuch gut durchdacht, alle anderen haben es verpennt bzw. hatten Verpflichtungen. Und auch ich hatte Nachmittags noch mit dem Gedanken gespielt Zuhause zu bleiben, da ich bislang keinen Steher hatte und auch eigentlich keine Sitzplatzkarte bezahlen wollte.

Glücklicherweise hab ich mich aber dann doch dazu entschlossen „erstmal mitzufahren und dann zu gucken…“ So saß ich kurz später in der Bahn nach Köln und schlug auch bei der erstbesten Sitzplatzkarte zu, denn „wenn man schon mitfährt, kann man ja auch in Stadion“.
(Diskussionen mit mir selber sind meist super, da ich von mir recht leicht zu überzeugen bin)

Nunja, also irgendwann war unsere Trupp dann am Müngersdorfer Stadion angelangt und für mich ging es zu Pudding und somit nach gefühlten Ewigkeiten mal wieder auf einen wirklichen Sitzplatz. Wann das das letzte mal der Fall war weiß ich schon gar nicht mehr. Muss sicherlich 3-4 Jahre her sein, wenn man Hoffenheim und Gladbach mal ausklammert, da dort jeweils mit den üblichen Verdächtigen ein Sitzplatzblock gestürmt wurde und quasi alles so war wie im Steher. Letzten Freitag aber standen wir relativ weit oben im Sitzer und ziemlich weit weg vom Stimmungspulk. Meine Welt ist das ja nicht… Während ich an sich (fast) jedes Lied lautstark mitsingen möchte, sparten sich viele Leute in meinem direkten Umfeld die Sangeskräfte für ausgewähltere Lieder. Speziell die beiden Fans zu meiner linken, Paul Voll und Peter Voller, regten mich wirklich gut auf. Gesungen wurde grundsätzlich nicht, dafür klappte es mit dem Papierflieger bauen und den „Hurensohn“-Beschimpfungen um so besser. Während ich das in der ersten Hälfte noch Kommentarlos schluckte (ist ja schließlich ein Sitzplatz und niemand wirklich zum Supporten verpflichtet), geriet ich zu Beginn der 2. HZ, als die beiden ihre halbvollen Becher in den Fanblock feuerten, leicht mit ihnen zusammen und durfte mich davon überzeugen, dass die irgendeiner nachmittaglichen „real“-Life-„Doku“ entsprungen waren. Auf die Frage nach dem Sinn des Becherwerfens wollte man mit mir Hurensohn/Bastard (mit dem klassischen stark betontem „B“) doch vor den Block gehen um die Frage zu klären. Aber bevor es dazu kam, konnte unsere privater Zone09-SKB die Sache schlichten und wir uns wieder dem Spiel widmen.

Eben zu diesem komme ich nun auch, denn es hat sich wieder mal sehr gelohnt nach Köln zu fahren! Los ging es mit einem sehr feinem Intro der Kölner, die ihre Südkurve in einem glitzernden Rot und Silber erstrahlen ließen. Schöne Choreo!

Danach begann ein sehr unterhaltsames Spiel, in dem zu Beginn beide Mannschaften recht offensiv zu Werke gingen und es hüben wie drüben einige Chancen gab. Dem BVB gelang jedoch das 1:0, welches bis zu Halbzeit Bestand hatte und auch aufgrund einer leichten Überlegenheit vermutlich verdient war. In der zwoten Halbzeit wurde das Spiel etwas ruhiger, der FC genoss nun leichte Vorteile und kam durch einen Hammer von Podolski in der 82. zum gerechten Ausgleich. Im Anschluss daran schalteten unsere Jungs nun wieder 2 Gänge hoch, gaben Vollgas und kamen in der 92. zum wiederrum verdienten Siegtreffer durch Sahin. Wie letzte Saison der berühmte Borussen-Dusel! Auf unserer Seite herrschte nun extase Pur, während die Heimkurve ihren Unmut ebenso stark zum Ausdruck brachte. Sowieso haben sich die beiden Kurven wohl wenig voneinander unterschieden. Soweit ich es von meinem Platz beurteilen konnte, haben wir ganz ordentlich gerockt, aber auch die Kölner Kurve war ständig in Bewegung. Zwar habe ich davon fast nie etwas gehört, aber vermutlich werden die zu den Bewegungen auch wohl noch das ein oder andere Liedchen geschmettert haben.
Zudem kann man noch erwähnen, dass es von Seiten der Kölner eine Hand voll Spruchbänder gab. Mit „Jammern auf hohem Niveau? Poldi erst nehmen!“ drückten die Boys-Köln ihre Meinung zu den Differenzen FC-Führung und Podolski aus. Ebenso wiesen die Boys auf die „Kein Zwanni für nen Steher“-Kampagne hin. Und die Horde war bestens auf die Niederlage vorbereitet und fragte nach Abpfiff “ Wie oft wollt ihr noch verlieren?“ und forderte „Hier muss endlich was passieren!“ Ob dieses Spruchband nach einem wirklich ordentlichen Spiel der Kölner nötig war, darf jedoch angezweifelt werden. Ich denke wenn der FC von nun an immer so, wie am Freitag spielt, werden die mit dem Abstieg sicher nichts am Hut haben und fand das Spruchband daher nicht wirklich passend.

Und auf unserer Seite gab es ebenfalls ein Spruchband, jedoch leider eins der traurigeren Natur. Der Trommelgott ist mit nur 33 Jahren verstorben und als letzten Gruß gab der Fanblock ihm ein „Ruhe in Frieden, Trommelgott“ mit auf den letzten Weg. Dem kann man sich nur anschließen!

So, bevor mir der Grün-Weiße Kollege noch aufs Dach steigt, weil er keine Informationen von interessanten Vereinen erhält, schreibe ich (hoffentlich zügig) nochmal kurz die letzte Fussballwoche runter:

Los ging es quasi schon am Mittwoch. Zwar eher mit Politik als mit Fussball, aber ganz unerwähnt soll es trotzdem nicht bleiben. Nachdem ich wieder eine anstrengende Borusseumschicht überstanden hatte, klopfte ich mir noch eben den Ruß und den Schweiß aus dem Hemd, ehe es kurz nach Kölle ging. Dort hatten die Coloniacs jemanden von Amnesty International für einen Vortrag über die Polizei gewinnen können.  Dieser war zwar mitunter etwas trocken, konnte aber trotzdem interessante Einblicke in den Polizeiapparat bieten.
Die Quintessenz der Geschichte: „Bei weitem nicht all cops are bastards, jedoch wird es den Schwarzen Schafen durch mangelhafte Aufklärungsmöglichkeiten sowie einem starken Korpsgeist zu leicht gemacht unentdeckt zu bleiben“ ist zwar nicht wirklich neu, aber in dem beschriebenen Ausmaß durchaus erschreckend.
Wer sich näher über die Fordernungen und Erkenntnisse von AI oder die Veranstalltung im Müngersdorfer Stadion informieren möchte bekommt die wichtigesten Einzelheiten über die Seite der Coloniacs.
Und nach Köln geht natürlich nochmal ein Dank für die freundliche Aufnahme von uns „Fremdfans“ raus!

Tags drauf stand aber schon wieder das runde Leder im Vordergrund, da wir im Westfalenstadion, im Rahmen des Europapokals Besuch von einer unsympathischen spanischen Mannschaft, sowie 38 Fans eben dieser, bekamen. Aber bevor uns die andalusische Mannschaft  auf den Keks gehen konnte war zumindest bei mir große Vorfreude angesagt. Borussia Dortmund gegen den FC Sevilla! Alleine der Klang dieses Satzes ließ mich schon frühzeitig mit der Zunge schnalzen. Der BVB war wieder auf der Europäischen Bühne angelangt, durchaus ordentliche 50.000 Borussen fanden fanden sich um 19Uhr in unserer Heimspielstätte ein und das Spiel lief auch ganz ordentlich.  Chancen gab es über die komplette Spielzeit fast ausschließlich für den BVB, selbst 45 Minuten in Unterzahl änderten da nichts dran und wir spielten den neuerdings gewohnt guten Ball. Einziger klitzekleiner Schönheitsfehler war das 0:1 für Sevilla in der 45+2. Minute  und dass für uns kein Ball den Weg ins Tof fand. So gingen 3 hochverdiente Punkte flöten, was durchaus noch sehr ärgerlich werden könnten… Aber wird schon schief gehen!

Die Stimmung war hingegen weniger zum ärgern. Bei Europapokalheimspielen, wenn sich die Süd mit den rund 10.000 Fans doch relativ leer anfühlt habe ich ansich zwar geringere Erwartungen als bei Bundesligaspielen, aber dieses Tiefstapeln war am Donnerstag merklich fehl am Platz. Speziell nach Schmelzers unberechtigtem Platzverweis waren auch die Fans auf den Sitzplätzen auf Drehzahl und sorgten für einen netten Hexenkessel. Aber das fällt ist bei dieser Mannschaft, die nach Abpfiff mit stehenden Ovationen verabschiedet wurde, auch nicht wirklich schwer. Der BVB rockt und macht einfach Spaß. Selbst wenn die Kollegen Fussballgott und Schiedsrichter mal gegen den BVB ist.
Zu den Gästefans, die mit lachhaften 38 Mann kamen, erspare ich mir große Kommentare. Auch wenn der Spanier an sich ungern eine Reise tut und es zudem noch irgendwelche Streiks in der Flugbranche gab, war das rote Häufchen im Oberrang der Westtribüne ziemlich mies.

Quantitativ überzeugender waren da hingegen die Bayern, die am darauf folgenden Sonntag zu Gast waren. Zwar haben sie über weite Strecken des Spiels ähnlich laut gesungen wie die 38 Spanier, waren dafür aber mit den üblichen 10.000 Fans dabei. Diese 10.000 sowie weitere 70.000 Borussen sahen zu Beginn einen stärkeren FC Bayern, der aber mit der Zeit nachließ und irgendwann vom BVB das Spiel aufdiktiert bekam. Ca. 20 Minuten war Bayern besser, weitere 25 Minuten waren beide Teams in etwa auf Augenhöhe und in der zwoten Halbzeit war Schwarzgelb quasi dauerhaft stärker. Lucas und Nuri netzten in der 52. und 60. Minute zum vielumjubelten 2:0 ein, womit wir jetzt sensationelle 18 Punkte aus 7 Spielen erbeuten konnten. Da kann man wohl von einem gelungenen Saisonstart sprechen…

Die Stimmung war dem entsprechend über weite Strecken des Spiels gut, auch wenn es in der ersten Halbzeit mal den einen oder anderen Hänger gab. Aber grundsätzlich kann man wenig Meckern. Dafür, dass wir uns bei Sonntagsspielen in der Regel sowieso etwas schwerer tun, war das schon sehr ok. Zumal es auch wieder weit über 90 Minuten so war. Unser frischester Vorsänger, Kai, lässt das Einsingen vor Spielbeginn (für das vor Jahren mal erfolgreich gegen die übermäßige Werbung gekämpft wurde) schon seit geraumer Zeit wieder aufleben und am Sonntag verweilte die Süd nahezu geschlossen auch noch bis 30 Minuten nach Abpfiff um den „geilsten Klopp der Welt“ kurz zu feiern.

Aber irgendwann ging es dann doch noch mal aus dem Stadion raus und für mich (planmäßig) auf 2-3 Bierchen in die gute sTUbe. Wie das jedoch an Tagen, an denen alles richtig läuft nunmal so ist, der letzte Plan geht immer in die Buchse! Die 2-3 Bierchen waren wesentlich schneller aufgetrunken als gedacht, es wurde sich noch kurz dem Würfelspiel hingegeben, ein bisschen gequtascht und ganz plötzlich schon war es auch schon wieder Montag. Montag 05:30 um genau zu sein. Naja, man muss die Feste eben feiern wie sie fallen…