Mit ‘BVB’ getaggte Beiträge

Erst vor ein paar Tagen habe ich irgendwo einen Beitrag zu Didi Hallervorden gesehen. Der blödelt viel rum, ist aber eigentlich gar nicht so blöd. Hier wirds nun um einen anderen Didi gehen, der wenig blödelt, dafür aber scheinbar etwas blöd ist: Den allseits beliebten Didi Hopp und seine Hoffenheimer Rasselbande.

Didis erstes Aufeinandertreffen mit den Fans des BVB war schon recht unglücklich, als 40-50 Fans bei einem Finalspiel der B-Jugend gegen ihn, TSG Hoffenheim und die dahintersteckenden Pläne gesungen haben. Es waren einige „Chaoten und Hardcorefans“, die sich scheinbar nicht mit Hopp anfreunden konnten -> Die Stimmung war etwas vergiftet.

Auf dem Weg ins Pokalfinale 2008 schaute die TSG dann erstmals in Dortmund vorbei. Stärkstens subventionierte Busse brachten die Dorfbevölkerung ins Westfalenstadion und die breite Masse der BVB-Fans beginnt sich ein Bild von dem zu machen, was da in Hoffenheim entsteht. Teils findet man das Treiben im Gästeblock lustig und knuffelig, teils schaut man verachtend und beängstigt in den Gästeblock. Auf alle Fälle ist es anders.

Durch einen beispiellosen Zukauf auf dem Transfermarkt, steigt Hoffenheim 2008 in die Bundesliga auf. Man hat sich den Durchmarsch aus der 2. Liga klar erkauft und findet sich nun in der 1. Liga wieder. Für den BVB aber auch irgendwo ein Glücksfall. Weil Hoffenheim nach oben stürmt, wird Mainz nur 4. und Klopp verlässt den Verein.

Das erste Profigastspiel gegen Hoffenheim findet statt und schreibt diverse Schlagzeilen. Hoffenheim schießt den BVB mit 4:1 ab und feiert, damals noch im Stadion von Waldhof Mannheim, einen großen Erfolg. Abseits des Platzes geht es auch hoch her: Die BVB-Fans kreierten das Motto „Tradition schlägt jeden Trend“ und der Hoffenheimer Anhang antwortet darauf mit dem, was vielen Dortmundern Sorge bereitet: „Wir sind kein Trend-Wir sind die Zukunft!“ Im Vorfeld der Partie versuchten sich BVB-Fans an einem sachlichen und kritischen Schreiben in Richtung Hopp ohne zunächst eine Antwort zu erhalten. Im Gästeblock geht während des Spiels ein Doppelhalter mit Hopps Konterfei im Fandenkreuz hoch. Dazu folgen die mittlerweile üblichen Beleidigungen gen Hopp. Dieser kläfft nach dem Spiel zurück: Angesprochen auf den Brief lässt er verlauten, dass dieser vor Dummheit nur so strotzte und er seine bisherige Meinung über BVB-Fans geändert habe. Er glaubte es gäbe nur ein paar Idioten in Dortmund, nun weiß er aber zu berichten, dass der ganze Gästeblock voller Idioten ist.

Hoffenheim stürmt mit tollen Fussball an die Spitze der Bundesliga und wird Herbstmeister. Für alle Hoffenheimkritiker eine unangenehme Situatuion: Nicht nur, dass das Gebilde Hoffenheim extrem positive Schlagzeilen schreibt und nun jeder Nixblicker irgendwie Hoffenheim-Fan ist, geht die eigene Kritik völlig unter. Presse, Funktionäre etc. machen es sich einfach und Stellen Kritiker des Hoppschen Systems in die Neidecke. Klar, Hoffenheim spielt tollen Fussball, wird beleidigt –> Alle sind neidisch.

In Hoffenheim feilt Didi derweil weiter an seinem Konzept und sorgt dadruch für seine Machterhaltung, aber auch für eine breitere Angriffsfläche. TSG-Neuitglieder können nun nur noch nach 5 Jahren aktiven Sporttreibens und 5 Jahre fördernder Mitgliedschaft ein Stimmrecht im Verein erhalten. Die alten Mitglieder behalten das Stimmrecht und nicken diese Satzungsänderung kritiklos ab. Undenkbar bei allen anderen Bundesligavereinen. Zudem mehren sich die Zweifel, ob Hopp die 50+1 Regel so umsetze, wie es die Regel eigentlich vorschreiben sollte.  Hopp, der offiziel „nur“ 49% des Vereins besitzt mischt überall mit und hat unbestritten das totale Sagen. Nur eben nicht auf dem Papier.

Der Höhenflug ist irgendwann beendet und „Super Hoffe“ dümpelt im Niemandsland der Tabelle rum. Zwar hat Didi rund 240 Mio in den Verein gesteckt, die ganz große Stareinkäufe bleiben aber trotz sportlicher Tristes auf. So ehrlich muss man ja sein, Hopp hätte auch alles leer kaufen können. Ob 240 oder 500 Millionen sollte für ihn nicht den Unterschied machen. Die Kritik am System Hoffenheim wird derweil von einigen Fankreisen, wie z.B. Köln oder BVB aufrecht erhalten, andere Fanszenen nehmen sich dem Thema leider verhältnismäßig wenig an.

Womöglich wäre der Protest wirklich irgendwann verstummt, aber nun haben die Hoffenheimer ihren Kritikern gleich mehrere Freistöße ermöglicht. Viele sprechen davon, dass sich Hoffenheim Eigentore geschossen hätte. Aber in Anbetracht der Lawiene an engagierten BVB-Fans kann man nicht von geschenkten Toren reden. Die wurden sich auch erarbeitet:

Im Gästeblock kam es am Samstag zum bekannten Szenario: BVB-Fans Pöbeln gegen Hopp und Hoffenheim und bekommen dafür jedesmal einen Fiepton auf die Ohren geschickt. „Geht ja gar nicht“ dachten sich viele und schon im Gästeblock wurden erste Ideen zur Kritik an dem Vorgehen erdacht. Wieder in Dortmund angekommen, gehen die Diskussionen in Fanforen los und es wird an diversen Texten gearbeit.

Auch die Medien bekommen davon mit und holen sich Stimmen aus Hoffenheim ab. Die Hoffís verkünden, dass es sich wohl um einen Fan mit einer Fanfare gehandelt haben muss. Den Verein für die Aktion verantwortlich zu machen, wäre auf alle Fälle haltlos… Diese Aussage hätte durchgehen können, wenn der gemeine Fußballfan tatsächlich so blöd wäre, wie man es scheinbar bei Hoffenheim glaubt. Aber dem ist bekanntlich nicht so. Im Internet tut sich eine Lawiene an motivierten BVB Fans auf. Für Dumm verkaufen möchte man sich scheinbar nicht. Schnell ist belegt, dass es sich bei dem Störgeräusch nicht um eine „Fanfare“ eines Fans gehandelt haben kann, sondern eine Aparatur am Gästeblock versteckt war.

Und siehe da, Hoffenheim rudert zurück. Ein einzelner Mitarbeiter habe ohne jegliches Wissen anderer den Dortmunder Gästeblock beschallt. Ein Einzelfall und eine Einzeltat soll es also gewesen sein. Vom Hausmeister. Aaajaaa…

Der Schwarm an Borussen-Fans will die Story auch nicht mehr Fressen. Vom Bauneropfer ist die Rede und mittlerweile schlägt die Geschichte hohe Wellen. Es gibt kein Fanforum mehr, wo die Geschichte nicht thematisiert wird und Kritik am Hoffenheimer Vorgehen laut wird. Selbst die Blauen springen über ihren Schatten und stehen mehrheitlich auf Seite der BVB Anhänger.

Einzelne Fans, aber u.a. auch die BVB-Fanabteilung suchen nun den Kontakt zu Fans anderer Vereine. Die Soundanlage war ein Einzelfall? Mitnichten! Bilder und Stimmen kommen hervor, die anderes belegen. Und wieder muss Hoffenheim seine Aussage korrigieren. Die Anlage war bereits letzte Saison, wenn auch leiser und nicht so intensiv, bei 4 Spielen im Einsatz. Der Hausmeister bleibt aber vorerst der einzige Schuldige, er hat selbstverständlich keine Mitwisser oder gar Mittäter gehabt und unser Didi lässt verlauten, dass er tieftraurig wäre, wenn dieser gute Mann, mit dem ausgesprägten Sinn für Gerechtigkeit dadurch seinen Job verlieren würde. Eieieiei und Heile Heile Gänschen.

In weiterer Recherchearbeit stellten BVB-Fans fest, dass es weit mehr Mitwisser gegeben haben muss, eine nächste Stellungnahme von Hoffenheim lässt leider noch auf sich warten. Aber ich bin mir sicher, dass da noch etwas lustiges nachkommen wird.

Naja, wie dem auch sei, Hoffenheim hat derzeit eine solche Große Presse erfahren, wie wohl seit der Herbstmeisterschaft 2008 nicht mehr. Und diesmal war es größtenteils negative Presse. Für einen Menschen wie Hopp, der schon oft durch einen gewisse Geltunssucht aufgefallen ist, müssen es schlimme Tage gewesen sein. Er und sein Sauberklub werden Deutschlandweit und sogar International für das Vorgehen kritisiert und durch den Kakao gezogen. Ganz gleich, was man von den stumpfen Beleidigungen hält, sie haben – unter starker Mitwirkung der TSG und Hopp, mehr bewegt als jede sachliche oder kreative Kritik. Jetzt heißt es nur dran bleiben und die Aufmerksamkeit nutzen um zu zeigen, was an diesem Verein sonst noch alles Scheiße ist.

Zum Schluß noch ein großer Dank an alle Fans, ob organisiert oder nicht, die Bilder raussuchten, Bilder bearbeiteten, Interviews gaben, sich vereinsübergreifend vernetzten usw. Totaler Wahnsinn, was da in kürzester Zeit auf die Beine gestellt wurde!

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Forza Nero-Giallo!

Veröffentlicht: 10. August 2011 von juetty in bvb, Sonstiges gefährliches Gedankengut
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Die Vorfreude auf die neue Bundesligasaison setzte bei mir in diesem „Sommer“ extremst spät ein, da ich mich genau in der Phase, in der ich sonst immer wieder fickrig auf den BVB werde, im schönen Italien befand und damit vorzüglich abgelenkt wurde. Anstatt mögliche Transfers zu begutachten wurde die Toskana begutachtet, anstatt der schwarzgelben Internetseiten bekam ich lediglich die eine Sportseite der FAZ zu Gesicht, anstatt des Pokalkrachers in Sandhausen guckte ich mir das leere Stadion vom AC Siena an (was sogleich der langweiligste Ort der tollen Stadt gewesen sein dürfte) und anstatt der 0,5l-Flaschen Hansa Export gab es 0,66l-Flaschen DAB. Alles anders als es normalerweise ist.

Erst am Rückflugtag wurde sich mit der, zeitlich extrem knappen, Rückreise beschäftig und bei der planmäßigen Abfahrtzeit von 19:04Uhr ab Köln-Bonn Flughafen, hätte ich mir schon denken können, dass das in die Hose geht. Selbst bei optimaler Rückreise wäre ich erst gegen 21Uhr am Westfalenstadion gewesen und hätte die ersten 20-30 Minuten verpasst. (Dank DFL-Show verzögerte sich ja der Anstoß). Aber schon beim Abflug gab es Probleme, da sich ein Passagier zu viel in der Maschine befand. 140 Plätze waren verkauft, 141 Leute an Bord. Bis sich herausstellte wer nun der potentielle Falschflieger war, vergingen schlappe 30 Minuten und ich sah meine Felle schon fortschwimmen. Der Germanwings-Quack erzählte später jedoch, dass er sein Gaspedal mit einem Ziegelstein beschwert hätte und wir quasi mit Warp-Geschwindigkeit gen Domstadt segeln würden. Tatsächlich reichte es in Köln, dank eines kleinen Spurts mit dem Koffer, noch für den Zug um 19:04 und spätestens im Zug war ich wirklich heiß auf Fussball.

Heiß war es jedoch leider auch auf der Bahnstrecke, wo ein Feuer loderte und aufgrund dessen mein Zug die Weiterfahrt verweigerte. So durfte ich der Anzeige am Bahnsteig zusehen, wie sie 10, 20, 30 min Verspätung verkündete, ehe ich mich auf die Suche nach einer anderen Fahrtmöglichkeit macht. Leider ist der Flughafen in Köln-Bonn ohne fahrende Bahn quasi abgeriegelt und einzig ein Bus nach Köln-Porz konnte die Lage gegen 20Uhr etwas verbessern. Aber das Spiel konnte ich mir natürlich abschminken, was insgesamt für eine begrenzt gute Laune sorgte.

Ich hatte nun nur noch die Wahl in Köln zu bleiben und das Spiel irgendwo am TV zu sehen, oder den verspäteten Weg nach Dortmund anzutreten und das Spiel am Radio zu verfolgen. Es passte natürlich ins Bild, dass die 2-3 mir bekannten Kölner, die sich dieses Spiel anschauen würden gerade nicht in Köln waren und so begab ich mich schlecht gelaunt auf die Weiterfahrt nach Dortmund.

Der weitere Reiseplan bescherte mir jedoch einen passenden Aufenthalt am Kölner Heumarkt, wo ich 15 Minuten Zeit zum Umsteigen hatte und im nächstbesten Kiosk das Spiel gezeigt wurde. Also wurden 2-3 Reisebiere geholt und Kevin Großkreutz machte das 1:0, was ich als einziger an der S-Bahnhaltestelle am Kiosk bejubelte. Kurz später gab der Radiokommentator das 2:0 für den BVB durch, erzählte was von Traumfussball und meine Laune besserte sich langsam. Wenn die Borussia rockt, kann man irgendwie gar nicht schlecht drauf sein. Egal wo man gerade ist.

Also gab ich mich meinem Schicksal hin, nuckelte an den Bierpullen, spielte an meinem Handy rum um einen möglichst gutem Radioempfang zu haben und erfreute mich an den Ausführungen des Manns in meinen Kopfhörern. 3:0 für den BVB und das Westfalenstadion kochte. Schön! Und da ich auch wohl seit 10 Jahren kein BVB-Heimspiel mehr am Radio verfolgt hatte, war ich überdies auch noch freudig überrascht, wie sehr dort unser gesponsorter Stadionname vermieden wird. Natürlich hieß es auch nicht, dass man ins Westfalenstadion schalten würde, aber man blieb merklich konsequent beim „Dortmunder Stadion“ oder der „Dortmunder WM-Arena“. Gefiel mir!

Gegen 23Uhr, und mit 2 Stunden Verspätung kam ich schlußendlich in Dortmund an, wo mich sogleich einige Jungs (und ein Mädel) aus der Zone bzw. aus Mühlheim und Bochum, in der guten alten Bierkutsche begrüßten. So wurde der Abend noch recht rund gemacht, vom BVB berichtet, im Scheffelchen 85 Striche auf den Deckel gezaubert und bis zum frühen Morgen im Wikinger Hochleistungs-Dart betrieben.

Fussball gibbet dann an dieser Stelle in der kommenden Woche, wenn die Kackbratzen aus Hoffenheim (hoffentlich) eins übern Deckel bekommen haben…

5 Jahre Zone09

Veröffentlicht: 25. Juni 2011 von juetty in Sonstiges gefährliches Gedankengut
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Neulich beim Durchmisten von diversen alten Krimskrams, fiel mir unser legendärer Gründungsbierdeckel wieder in die Hand. Und siehe da, wir hätten am 19.02.2011 unser fünfjähriges Bestehen feiern können. Aber während andere Gruppen sich zum 5-Jährigen mit aufwendigen Choreos oder Festlichkeiten selber beglückwünschen, ist ein 5-Jähriges für uns natürlich kein Grund auszuflippen. Wir haben da bedeutend größere Ziele und werden frühestens anlässlich des 50. oder 100. Geburstags mal einen kleinen Umtrunk in Erwägung ziehen.

Aber da ja gerade eh Sommerpause ist uns die Blogübersicht von schwatzgelb.de im Nacken sitzt und neue Berichte fordert, lasse ich mich mal zu einem kleinen Rückblick hinreißen:

Mit manch einem von den Zonies fahre ich nun schon seit über 10 Jahren gemeinsam zum Fussball und mit sehr viel Wohlwollen könnten wir uns auch das Gründungsjahr 1999 oder 2000 auf die nicht vorhandenen Fahnen schreiben. Aber verglichen mit heute, war das, was um die Jahrtausendwende ablief schon ganz was anderes. Wir waren der damaligen Südtribüne äusserst angepasst und wenn unsere 5-10 Leute damals auf die Fussballreise nach Dortmund gingen, waren am frühen Morgen nicht selten 15-30 BVB-Schals, 1 Geile-Weiber-Schal, 1 „Und wir haben ein Idol: Harald Junke“-Schal und 1-2 Pullen Apfelkorn mit von der Partie. Suffkutten deluxe! 😉 Zudem ist das ganze Fussballding in den Jahren 2003-2005 doch sehr eingeschlafen und man hätte nicht von einer bestehenden Gruppe sprechen können.

Erst in der Saison 05/06 kam so langsam wieder Fahrt in die Geschichte. Mit Suddi, Horti, Wissing, Meinert, Pulle und mir bildete sich wieder in gescheiter Kern, auf den noch heute aufgebaut wird.Es kam wieder so etwas wie Routine ins Fussballleben. Die Jahre davor musste oftmals geguckt werden wer wie zum Spiel fahren wird, jetzt entwickelten sich jedoch wieder geregelte Abläufe. Heimspiele wurden gemeinsam besucht, in Anschluss daran gab es oftmals noch den ein oder anderen Absacker in den heimischen Kneipen und auch die Anzahl gemeinsamer Touren zu Auswärtsspielen stiegen deutlich an. An einem der Heimspieltage in dieser Zeit wurde auch in bierseliger Runde unser Fanclub beschlossen. Suddi, Horti und ich haben es nach einem verlorenen Heimspiel gegen Bremen am 19.02.06 auf einem Bierdeckel festgehalten und dürfen uns stolze Gründerväter der Zone09 nennen.

Die folgenden Jahre waren sportlich, besonders unter Röber und Doll, wahrlich nicht das Gelbe vom Ei, die wenigen Lichtblicke wurden aber natürlich trotzdem ausreichend gefeiert. Hier kommen mir spontan 3 Spiele in den Sinn, die auch für die Zone legendär wurden. Als 17. der Tabelle 4:1 in Aachen gewonnen und im Anschluss einen selten geilen Abend verbracht, das Pokalfinale in Berlin und natürlich das gesamte Wochenende um den 12.05.2007 herum.

Während dieser Zeit stieg die Anzahl unser Mitglieder leicht, aber stetig und so kam 2009 der Entschluss auf, die Fanclub-Geschichte auch offiziell zu machen. Auf die Mindestanzahl von 15 Mitgliedern kamen wir mit Hängen und Würgen und so wurde am 19.09.09 die erste JHV der Zone abgehalten. Fortan entwickelten wir uns weiter zu einem zwar sehr kleinen, aber kultigen Haufen. Das ganze ist ein netter, facettenreicher Freundeskreis geworden. Die einen Stehen auf der Süd, andere Sitzen auf der Ost und wieder andere finden kaum den Weg ins Stadion. Die einen engagieren sich mehr für den BVB, die anderen weniger. Manch einer sieht sich als Ultra, andere finden Ultra bekloppt. Manch einer beschränkt sich auf Heimspiele, andere reisen dem BVB durch ganz Europa nach. Wichtig ist nicht so sehr wie man sein Fanleben lebt, sondern dass man sich mit der Gruppe versteht. Auch wenn ich persönlich die Gruppe gerne fanpolitisch engagiert sehe, versuchen wir weder jeden besonders aktiven Fans für unsere Zone zu gewinnen, noch wollen wir jedem BVB-Fan aus aus unserem Gebiet zu einem Zonie machen.  Das ganze ist ein Freundeskreis der gut funktioniert, aber vermutlich irgendwann einmal an mangelndem Nachwuchs kaputt gehen wird. Solange vorher aber noch einige geile Jahre dazu kommen, brauchen wir jedoch nichts befürchten. Auch die nächsten 5 Jahre werden gut und dann sehen wir mal weiter…

Nachdem heute das Zittern in den Händen langsam nachgelassen hat und das Wochenende körperlich verdaut zu sein scheint, haue ich auch mal wieder in die Tasten. Eigentlich könnte ich einfach nur kurz mit diversen superlativen um mich schmeißen und feststellen, dass es das besteste, freudigste, alkoholreichste Wochenende seit langer, langer Zeit war, aber da die Leserschaft hier ja ohnehin schon vom gähnender Leere geplagt ist, mache ich es doch etwas ausführlicher:

Als am Freitag die lästigen Pflichten hinter einem gelassen werden konnten, wurden sogleich die freudigen Pflichten in Angriff genommen. Die geplante Meisterchoreo benötigte noch den Feinschliff und so wurde zunächst etwas gebastelt, ehe es zum ersten Höhepunkt des Wochenendes kommen sollte: Borussia Hearts Club Party im legendären Subrosa. Der Abend war von einem schwatzgelben organisiert und per gut laufender Mundpropagangda publik gemacht worden. So war der Laden ganz gut gefüllt, als es zunächst mit einer Lesung und anschließend mit den Jungs von SBK Basement los ging. Das war soweit ganz nett, aber Highlight des Abends war natürlich der folgende Auftritt von Klaus „Godfather“ Neuhaus! Neben seinen allseits beliebten Hits „Kagawa Shinji“, „Uli Hoeneß, hol dein Fernglas raus“ , „Konitschiwa“, der „Mannschaftsaufstellung“ usw. , war der Hit des Abend die vielfach geforderte Zugabe: „In der Wanne…“ (…schwimmt ne Kackawurst und keiner wills gewesen sein!) Insgesamt ein total schlechter, aber durchaus spaßiger Auftritt. Helge Schneider ließ grüßen. (Wer sich Auschnitte des Auftritts nochmal angucken möchte: Teil1 Teil2 – Leider fehlt aber „In der Wanne“ )

Danach machte sich ein kleiner Trupp auf zu einer sogenannten „Gründertour“ in Richtung Borsigplatz. Natürlich nicht ohne zahlreiche Stopps bei den dahergelaufenen Kneipen und dem ein oder anderen Würfelspielchen, bei dem Sarah abermals ihre Stärken ausspielten konnte und die Frage geklärt wurde, wieso Stolle aus dem BVB-Podcast-Team geflogen ist. Dieser Herr Stolle offenbarte uns doch tatsächlich, dass er a) noch nie geschockt hat und b) noch nie ein Hansa getrunken hat. Ein Wunder, dass sich überhaupt noch Menschen mit ihm umgeben… 😉 Ansonsten endete der Abend natürlich im Suff und Sterne guckend am Borsigplatz.

Mit wenigen Stunden Schlaf und leicht angekatert ging es am nächsten morgen für einen kleinen Trupp der Zone zum Westfalenstadion, wo ab 09 Uhr die Choreo von TU und den Jubos final vorbereitet werden sollte. Wochenlange Arbeit wurde wieder hinein gesteckt und insgesamt gab die Choreo ein gutes, wenn auch kein perfektes Bild ab.

Leider gab es einen kleinen Riss in der Befestigung der Spieler und ausgerechnet Dedes Kopf fiel etwas in sich zusammen. Zudem trauerten alle Borussen um Jockel Bracht, einen Meister der Jahre 56,57,63. Dass durch die Schweigeminute auch der Zeitplan der Choreo durcheinander geriet ist natürlich total nebensächlich, aber doch zusätzlich schade. Aber die grundsätzliche Botschaft dürfte jeden erreicht haben: Die geilste, beste und überzeugendste Mannschaft seit vielen Jahren kommt aus Dortmund und ist der verdiente Meister 2011!

Nachdem die Choreo dann weggeräumt war und ich am Fernseher schon den ersten verschossenen Elfmeter miterlebte, gab es auf der Tribüne ein freudiges Wiedersehen. Der verlorene Sohn Horti war wieder da! Zwar hatte er bei weitem nicht genug Platz für uns freigehalten, aber das sei ihm ausnahmweise verziehen. Ansonsten passierte erstmal nichts weltbewegendes bis zum Beginn der 2. Halbzeit. Dann war plötzlich im wahrsten Sinne des Wortes Feuer unterm Dach! Zunächst brannte es auf der Süd. Einige Rauchtöpfe, Bengalen und Bresslauer gingen hoch und erzeugten ein zweifellos geiles Bild. Ob dies aber auf einer Tribüne, auf der noch allerhand Choreokram rumfliegt zu vertreten ist, steht auf einem anderen Blatt. Die Aktion erntete auch höhrbare Pfiffe von Teilen der Südtribüne. Wenige Minuten später machte der Gast aus Frankfurt das 0:1 und der Feuerteufel war auch im Gästeblock zugegen. Sekunden nach dem Tor gingen auch hier diverse Pyroklamotten hoch und Frankfurt zeigte eine Spruchband „Deutscher Randalemeister 2011“. Nette Aktion. Es war aber auch fast das einzige mal, dass der Gästeanhang groß in Aktion trat.

Diesen feurigen Minuten folgte nun die Aufholjagd der Borussia. In der 68. und 72. Minute wurde das Spiel gedreht und die SGE faktisch in die zweite Liga geschossen. Wieso sich aber nicht wenige Borussen über die Treffer von Wolfsburg, dem direkten Eintracht-Konkurenten, freuten blieb jedoch wohl nicht nur mir ein Rätsel. Klar ist die Eintracht mitunter durchaus kacke, aber so Vereine wie VfL Wolfsburg verdienen die Bundesliga sicherlich weniger als die Frankfurter…

Im Anschluss verschoss (ausgerechnet) Dede noch einen weiteren Elfmeter und Barrios besiegelte in der 90. Minute den Sieg mit dem treffer zum 3:1. Danach folgte, wie schon im Spiel gegen Nürnberg, ein versuchter Platzsturm. Diesmal wurde aber schon während des Spiels ein Teilstück des Zauns bearbeitet und nach dem Abpfiff, wie ein Geragentor hochgeklappt. Bis zur Schalenübergabe gegen 17:45Uhr hielt die erste Ordnerkette vor dem Spielfeld dann noch, danach brachen aber erstmal alle Dämme. Ich hätte zwar 0,0 Bock darauf mich an so einem Tag minutenlang an den Ordnern aufzureiben, aber ein Platzsturm gehört auch für mich irgendwie zu den Meisterschaften.

Als das Fussballerische dann abgearbeitet war, ging es weiter zum nächsten Punkt des Wochenendes: Auch mal Feiern! Ich hatte vom BVB, für meine überragenden Dienste im Borusseum , 2 Karten für die Mitarbeiterfeier bekommen und da ich ja durchaus als Freund von Gratisgeschichten bin, wollte ich da zumindest für 2-3 Stunden vorbei. „Kurz einen Happen essen und ein Gläschen trinken…“ Also wurde Suddi eingepackt und es ging in den Westfalenpark, während der zahlreich vertretene Rest der Zone es sich im Westpark und Nordstadt gemütlich machte. Blöderweise wurde die Party dann doch spaßiger als gedacht und aus den 2-3 Stunden wurde mal so gar nichts! Im Seepavilion des Westfalenparks versammelten sich ein paar sportlich chice Getränkeliebhaber, die fortan ihr Spanferkel mit einigen Bieren und Schnäpsen runterspülten. Draussen riss Bruno „Günna“ Knust Witze am laufenden Band, Helmut Zerlett klimperte am Keyboard, ein Udo Jürgens-Verschnitt tat selbiges am Klavier und die anwesenden Greenkeeper lieferten sich mit der Hand voll TUler einen kleinen Gesangsbattle. Der recht gelungene Abend endete schlußendlich damit, dass ich tanzte (!!) und mit Suddi gegen halb 7 ein Taxi bestellte. Uff, guter Abend!

Und am Sonntag sollte es gegen Mittag schon wieder weiter gehen. Der Meisterkonvoi rollte durch die Stadt und wurde konsequent umgangen. Zunächst ging es auf ein Katerfrühstück in das BVB-Gründerhaus, in dem sich heute eine Pommesbude befindet und nach 2-3 Hansa nahmen wir Kurs auf die Lenz-Stube, wo der restliche Tag verlebt werden sollte. Und was soll ich sagen? Es war einfach absolut rund! Am Beamer verfolgte man die Bilder vom Umzug durch Dortmund (und musste sich nicht zwigend Nena und andere Kreisch-Weiber antun), vor den Fenstern zogen schwarzgelbe Karavenen entlang und drinnen spielten sich herrlichste Szenen ab. Bilder, die wie viele in den letzten Wochen, für immer im Gedächtnis bleiben und einfach unbeschreiblich sind. Die pure Freude, die pure Extase,der pure Wahnsinn, das pure Leben! Solche Momente machen alle Schmerzen, die uns der BVB in all den Jahren bereitete, vergessen und in Hoffnung auf weitere Momente dieser Art, wird man sein Leben lang dem Ballspielverein treu bleiben. Echte Liebe!

Gegen 23-24Uhr waren bei mir jedoch sämtliche Kräfte verfeiert, versoffen, vertanzt, versungen, so dass ich die Notbremse ziehen musste und mich in mein Bett schleppte. So endete ein Wahnsinnswochenende. Wunderschön! Danke BVB!

Es ist der zweite Sonntag im Monat und das bedeutet bei uns daheim akuten Gluckenalarm! Meine Bessere Hälfte hat wieder einmal eine Hand voll Frauen eingeladen (vom verbreiteten Geräuschpegel könnten es auch 20-30 sein) und zelebriert mit denen den Monatlichen Weiberalarm. Also heißt es für mich reißaus zu nehmen ich schau mal in meiner Kneipe vorbei:  Jüttys Kleine Bierkutsche – Das Teil habe ich irgendwann vor 12 Jahren mal nach meinem Lottogewinn gekauft, etwas vergrößert und schön hergerichtet, aber mittlerweile sieht der Laden auch wieder so aus, wie ich Ihn Anfang des Jahrtausends kennengelernt habe: Leicht runter gekommen, aber doch irgendwie cool.

Naja, hier kann man sich immernoch gut den Abend vertreiben. 1-2 Jungs von früher schauen noch regelmäßig vorbei und wenn die mal nicht da sind, stolpert schon früher oder später irgendjemand rein, mit dem man ein Bierchen trinken könnte. Heute ist aber eher tote Hose. Nur 6 Suffköppe sitzen in dem Laden. 5 davon am Tresen und einer pennt auf der Bank. Trinken will von denen scheinbar keiner mehr was. 21:47 Uhr und schon sind sämtlich Lampen nicht nur an, sondern quasi ausgebrannt. Weicheier! Also schicke ich meinen Tresenmeister nach Hause und warte die paar Minuten bis der Laden leer ist, noch selber hinter der Theke. Als ich kurze Zeit später den einzig verbliebenen Gast verbliebenen Gast aufwecken und rausschmeißen will, bimmelt doch noch einmal die Türglocke. Palim-Palim. Sohnemann Gianluca steht mit 4 seiner Kollegen in der Tür. Auch die sind leicht angeheitert, scheinen aber noch ein-zwei Export vertragen zu können.

Die Jungs kommen gerade vom Auswärtsspiel der Borussia in Augsburg und haben ein breites grinsen im Gesicht. Borussia hat gewonnen und es sieht so aus, als könne man nach 8 Jahren unterklassigem Fussball wieder in die Bundesliga aufsteigen. Harte Zeiten wurden beim BVB durchlebt, seitdem Martin Kind, der ehemalige Präsident von Hannover 96 die 50+1 Regel gerichtlich gekippt hat. Es müsste so 2013 oder 2014 gewesen sein, als diese Regel, die Investorntum untersagte, vor Gericht nicht bestehen konnte und M. Kind seinen vermeintlichen Erfolg feierte. Danach zogen es nach und nach mehr Vereine in Betracht externen Leuten bzw. Firmen das Sagen zu verkaufen. Zunächst waren es die eher kleiner Clubs, die diese Option wahrnahmen. 2014 z.B. Fürth, Freiburg, Paderborn, 1860 München, Cottbus, Hannover, Oberhausen und Duisburg. Und diese spielten mit den Investorengelder, die sie durch Umbennenungen in beispielsweise FC Coca Cola Freiburg bekamen, zwar eine größere Rolle aber der große Schock blieb vorerst aus. Erst als Red Bull Leipzig 2017 in die Bundesliga aufstieg und sofort 2 mal Meister wurde, kam es zu den folgenschwersten Veränderungen. Angefangen mit Bayern München zogen immer mehr Namhafte Vereine hinterher. Hertha BSC, Werder Bremen, Eintracht Frankfurt, Mönchengladbach, der Nürnberger Glubb, VfB Stuttgart usw. In der Bundesliga wurde fortan ein wahnsinniges Wettrüsten betrieben. Die beste Fussballliga der Welt lockte viele Konzerne und Einzelpersonen an, die unsummen investierten. Aber wenn der sportliche Erfolg da war, lohnte es sich sogar. 200 Millionen reinstecken, 300 Millionen durch sportlichen Erfolg bzw. des Werbewirksamen Auftreten der Mannschaft wieder rein holen.

Bei den Vereinen aus Köln, Gelsenkirchen, Hamburg und Dortmund haben sich die Mitglieder zwar zwar Jahrelang gegen diese Machenschaften gewehrt -auch ich war damals noch sehr aktiv- aber aufgrund der Perspektivlosigkeit der Vereine haben wir den Kampf verloren.  Um dem Wettrüsten Einhalt zu gebieten, gabe es ab 2024 eine Grenze, bis zu der die Vereine investieren durften. Gebessert hat sich jedoch nur wenig. Die 2014 aufgestellten Investorenregeln (man muss seinen Club mind. 10 Jahre lang halten, Kartenpreise stabil halten, das Vereinslogo nicht ändern etc.) wurden in dem Zug ebenfalls gekippt und von nun an hatte man eine wirkliche Heuschreckenplage in der Bundesliga. Nun wechselten die Besitzer ostmals schon jährlich und versuchten das maximale aus den Vereinen heraus zu holen. Kartenpreise stiegen aufs Maximum, Stehplätze wurden abgeschaft, fast jeder Verein warb in seinem Logo für irgendeine Firma usw.

Gerade den BVB, der trotz fehlender Erfolge, immernoch einen großen Namen hatte, traf es in dieser Phase hart. Es wurde einfach alles zu Geld gemacht was ging. Das war der Punkt, an dem ich den Verein verlassen habe. August 2024 – mit der schlimmste Monat meines Lebens! 2029 war der Verein dann so kaputt, dass er in die Insovenz ging und in die 4. Liga musste. Zwar immernoch etwas traurig, aber rückblickend betrachtet ein gutes Ereignis für Borussia. Viele Fans strebten einen Rückkauf der Borussia an und da Borussia nicht mehr viel Wert war, geland dies sogar 2031. Seitdem ist der Verein wieder Mitgliederbestimmt und kämpft sich langsam nach oben. 2032 Aufstieg in Liga 3, 2034 Aufstieg in Liga 2 und jetzt ist sieht es so aus, als könne der BVB zurückkehren in die Bundesliga.

Borussia bereitet wieder Freude, wie ich sehr genau an den glühenden Augen der 5 Halbstarken vor mir beobachten kann. Stolz berichten Sie, dass heute fast 700 Borussen um 11 uhr beim Spiel in Augsburg waren. Es gab Zeiten, da hätte ich darüber müde gelächelt, aber heute sind 700 Mann wirklich schon sehr stark für ein Zweitligaspiel. Das hat es lange nicht mehr gegeben. So trinken wir zusammen glücklich noch ein paar Bierchen und wie immer bei solchen Gelegenheiten, kommt Schmiddy, der vorlauteste Kollege von Gianluca, mit der üblichen Bitte um die Ecke: „Jütty, erzähl uns von 2011!“ Also schwelge ich wieder in Erinnerungen, an die wohl größte Borussenmannschaft aller Zeiten. Ich erzähle von dem jüngsten Deutsche Meister aller Zeiten, vom geilsten Klopp der Welt, vom 80720 Zuschauern im ausverkauften Westfalenstadion, von 10.000 Auswärtsfans, vom Derbysieg in GE, den ich verpasste, von den wohl wichtigsten Minuten der Meisterschaft „… plötzlich führt Hannover bei uns 0:1 – ein jeder weiß, dass es nun nochmal verdammt eng werden kann und dann…“ „…fliegt beinah das Dach vom Stadion ab und Spieler und Fans schenken Hannover 4 Dinger in 30 Minuten ein“ weiß Schmiddy zu vervollständigen, ich erzähle von Dede, von seiner Liebe zum Verein und seinem traurigen Abschied und wie wir in Gladbach vor 25.000 Dortmundern, das Ding so gut wie klar machten und von der dann folgende geilsten Feier des Jahrzehnts. Das waren Zeiten!

Nach diesem halbstündigen Monolog schiebt mir Felix ein Karte zu. Es steht drauf:

17.April.2037

Westfalenstadion

2. Bundesliga

BV Borussia Dortmund – Hannover sexmitneunzig.com SV

Block Drölf

Anstoß 13:15Uhr

Joa, wieso eigentlich nicht?

BV Borussia – FSV Mainz 05

Veröffentlicht: 21. März 2011 von juetty in Profis
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Endlich wieder BVB! Die letzten 2 Bundesligaspiele hatte ich ja bekanntlich nicht besuchen können und so war die Vorfreude am Samstag doch etwas größer als sonst üblich. Zusammen mit Pudding, Heiko und Achim ging es mit dem Zug von Reken aus nach Dortmund, wo wir zum einen den Herrn Suddenberger aufgabelten und uns noch etwas von den Nachmittagsspielen anguckten, ehe es zum Westfalnstadion ging.

Das Spiel begann dann wie man es sich erhofft hatte. Schon nach 8 Minuten gelang Hummels die Führung und 10 Minuten später hatte Sahin, per Elfmeter, schon das 2:0 auf dem Fuss. Allerdings vergab er den Elfmeter und damit wohl auch eine Art Vorentscheidung. In der Folgezeit blieb der BVB zwar weitesgehend das spielbestimmende Team, die sonst massenhaft vorhandenen Chancen blieben eher mangelwahre. „Taktisch geprägtes Spiel“ nennen es die Fachleute wohl. Kurz vor Abpfiff konnten die Mainzer dann leider noch einen viel diskutieren Angriff starten und zum 1:1 Endtstand verwandeln. Subotic hatte während dieses Angriffs mit Eiersalat zu kämpfen und konnte demnach nicht ins Spiel eingreifen, was viele Borussen dazu veranlasste von den Mainzern zu erwarten, dass diese den Ball ins Aus spielen sollten. Aber das taten sie nicht, sondern nutzen die Lücke in der Abwehr zum erfolgreichen Torschuss. Naja, passiert… Ich persönlich habe da schon ganz andere Aktionen gesehen und fand es an sich nicht sooo dramtisch.

Zum kollektiven Ausrasten hat uns jedoch der Mainzer Keeper Wetklo gebracht. Ich hatte es Suddi schon vor der Partie gesagt gehabt und konnte mich später bestätigt fühlen: Ein ehemaliger Kommilitone aus GE-Buer hatte mich vor Jahren schonmal auf Wetklo hingewiesen. Schwerst Königblau soll er sein und nachdem was Samstag abging, dürfte da einiges dran sein. Er gab sich nach dem Ausgleich einem Affentanz hin, jubelte euphorisch in Richtung Süd und zeigte an, dass er seine blaue Trikotfarbe toll fand.  Damit steht dann bei vielen Borussen wieder ein Keeper mehr auf der Hassliste…

Und nun noch ein paar Worte zur Stimmung: Der Gast aus Mainz, der normal über keinen sehr großen Auswärtsmob verfügt,kam mit ca. 7000 Mann angereist. Schon etwas verrückt, wenn man bedenkt, dass bei deren Derbies gegen Lautern und FFM nur ca. 3000 Fans mitreisten. Ein großer Teil der 7000 Leuten scheint aus Klopp-Touristen zu bestehen und dem entsprechend laut war es auch im Gästebereich. Ich habe nicht einmal irgendwas gehört und Bewegung sah man auch nur in kleineren Bereichen des Stehplatzblocks. Ziemlich mieser Auftritt, vor allem wenn man ihn im Verhältnis Masse zu Klasse betrachtet.

Aber der letzte Satz könnte auch die heimische Südtribüne an diesem Tag umschreiben. Es ging nicht so sonderlich viel. Bekannterweise gab es zum letzten Heimspiel hin eine Veränderung an der Soundanlage, die nicht mehr mittig in Block Drölf steht, sondern nun einmal in Block 12 und einmal in Block 13. Damit wird nun auch unseren Stammplatz etwas mehr beschallt und mir speziell in der 1. Halbzeit einige Nerven gekostet hat. Wolle war nämlich nach einer Pause wieder zurück auf dem Vorsängerposten und zeigte leider wie mächtig diese Soundanlage doch sein kann. Zwar ist Wolle ein super Vorsänger und ich freue mich über sein Comeback, jedoch schien es so, als sei sein Taktgefühl nach dieser Pause noch nicht wieder bei 100% angelangt. Oftmals waren die Gesänge aus der Anlage leicht versetzt zu unserem Gesangtstempo und fühlten sich dadurch in etwa so wie ein Schlag in die Fresse an. Alle paar Minuten wurde man beim Singen aus dem Takt gebracht, was nicht wirklich den Spaßfaktor erhöhte.  Aber das wird sich sicherlich bald wieder geben und macht auch deutlich, dass der Job des Vorsängers doch nicht so einfach ist, wie manchmal vermutet wird. In der Zwoten Halbzeit wurde es von der Stimmung und vom Spaß her jedoch besser und ich glaube die neue Soundanlage kann sich nach ein paar Spielen als sehr vorteilhaft erweisen.Insgesamt war es aber sicherlich einer der schlechteren Auftritte der letzten 2 Jahre.

Und sonst? Der Vorsprung beträgt nun durch den Verlust der 2 Punkte „nur“ noch 7 Punkte. Somit hat Leverkusen den Vorsprung nach 10 Spielen in der Rückrunde um 3 Punkte verkürzen können. Also noch kein wirklicher Grund zur Panik und zur Weltuntergangsstimmung, die man mancher Orts wahrnehmen kann.

34.Spieltag ; 20.05.2007 ; MSV Duisburg – Rot-Weiss Essen

Keine 4 Jahre ist es her, da spielte der RWE noch in der Zweiten Liga. 2007 verloren die Rot-Weissen chancenlos mit 3:0 gegen den damit feststehenden Aufsteiger aus Duisburg und für den RWE begannen mit dieser Niederlage dunkle Zeiten. Abstieg, Stadionchaos, Insolvens waren die Folgen. Sonntag nun ging es nun erstmals zurück ins Wedaustadion und mittlerweile schickt der Gegner auch nur noch seine U23-Mannschaft. Aber zum Glück gehts in Essen ja wieder aufwärts.

Gute 3000 Fans lockte die Partie an und überraschenderweise war davon ca. jeder 4. ein MSV-Fan. Die Ultra-Szene um Kohorte hatte zwar zum Besuch des Spiels aufgerufen, aber neben den ultra-nahen Personen fanden auch viele andere den Weg ins Stadion.Etwas anders sah es da beim RWE aus. Die brachten es auf „nur“ knappe 2500 Fans. Zwar sind 2500 Auswärtsfans in der 5. Liga natürlich total Bombe, aber im Vorfeld des Spiels machten noch größere Zahlen die Runde. Schließlich herrscht bei der Partie ein gewisser kleiner Derby-Charakter.

Da der ermäßigte Sitzplatz für schlanke 4€ zu bekommen war, machten es sich Schoppen, Thilo und ich im Oberrang bequem. Zwar war es nicht wirklich mein Plan zu sitzen, aber zu meiner Überraschung saßen wirklich alle Fans im Oberrang und ein Aufstehen wurde umgehend mit der Bitte sich hinzusetzen quittiert. Das hatte dann doch eher was von der Dortmunder Westtribüne als von einem Gästeblock… Stimmung suchte man meist vergeblich. Zwar bin ich als BVB-Anhänger diesbezüglich sicherlich etwas verwöhnt, aber ein bisschen mehr hätte es dann doch sein dürfen und ich hoffe die Sitze im neuen Essener Stadion werden keine ähnlich einschläfernde Wirkung haben. (Edit: Vielleicht hab ich auch Wahrnehmungsstörungen… Ein Essener Bloger schreibt davon aus dem Sitz gerissen worden zu sein. Da war ich wohl am Bierstand 😉 )  Im unter uns liegenden Stehplatzbereich war die Stimmung hingegen relativ gut. Trotz eines mäßigen Spiels, denn die Duisburger Amateure, die erstmals in der Arena spielten, waren gut motiviert und konnten mit dem Tabellenführer aus Essen nicht nur mithalten, sondern waren auch die bessere Mannschaft. Kurz nach der Halbzeitpause kam es zur folgerichtigen Führung für den MSV, die 20 Minuten später nur noch, durch einen geschenkten Elfmeter,  ausgeglichen werden konnte. Trotzdem war man auf Essener Seit zufrieden und feierte den Punktgewinn sogar mit einer Welle mit den Spielern. Aber bei 13 Punkten Vorsprung auf den ersten Nichtaufstiegsplatz auch nicht großartig verwunderlich…

Amas – 1. FC Köln II

Bonjour Tristess! Unsere Amateure befinden sich mitterweile im totalen Niemandsland der Tabelle wieder und vom angepeilten Wiederaufstieg musste man sich schon längst verabschieden. So war die Vorfreude auf dieses Spiel sicherlich nicht die größte, aber irgendwie machts dann trotz der Bedeutungslosigkeit noch Spaß. Ein bisschen Fussball gucken, den Klängen der Sänger lauschen, Klönschnack mit Freunden betreiben, Bierchen trinken und Tradition der Roten Erde genießen. An sich doch ganz schön! Jedoch brauchte man sich den Fussball nicht wirklich angucken. 0:0 ging das eher langweilige Spiel aus und weitere Worte dazu wären Verschwendung. Bemerkenswert war sonst nur noch ein relativ hohes Aufkommen an Polizei und eine kleine Pyroeinlage (5-6 Bengalen) der Stadionverbotler, die natürlich etwas Stress mit der Polizei nach sich zog. Aber als der komplette H-Block zu den SV-lern raus ist, ist die Geschichte scheinbar ohne größere Komplikationen zuende gegangen.